US-Elektro-Autohersteller Tesla
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GrünheideDer US-Elektroauto-Hersteller Tesla will bis zu vier Milliarden Euro in die geplante „Gigafactory“ in Grünheide in Brandenburg investieren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist dies als Summe für mehrere Ausbaustufen der geplanten Ansiedlung in Brandenburg im Gespräch; zuvor hatte „Bild am Sonntag“ darüber berichtet.

Auch der Aufbau der Jobs soll schrittweise erfolgen. In einer ersten Stufe sind der Brandenburger Landesregierung zufolge in Grünheide (Kreis Oder-Spree) über 3000 Arbeitsplätze geplant, bis zu 8000 könnten es nach einem Ausbau werden.

Arbeitslosenquote in Grünheide liegt bei 6,7 Prozent

Die Gemeinde mit insgesamt sechs Ortsteilen im Landkreis Oder-Spree hat knapp 9000 Einwohner. Die Arbeitslosenquote im Landkreis liegt bei 6,7 Prozent. Es gibt exakt 2981 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die je etwa zur Hälfte im Handel, Gastgewerbe und Verkehr sowie im Dienstleistungsbereich arbeiten. Jobs im produzierenden Gewerbe gibt es in Grünheide gar nicht. Die Industrieansiedlung von Tesla könnte der Region also einen ernormen Schub verleihen.

Es ist die größte Industrie-Investition seit Jahren, mit der sich ein ganzer Beschäftigungsbereich verdoppeln wird. Derzeit hat ganz Brandenburg im Fahrzeugbau 6980 Beschäftigte. Es sind gut bezahlte Jobs. Aktuell liegt der Stundenlohn in der Automobilindustrie bei etwa 48 Euro.

EU-Zuschüsse von rund 300 Millionen Euro

Der Start der Bauarbeiten nahe der Autobahn 10 ist für das erste Quartal 2020 geplant. Bisher ist offen, ob Tesla die nötigen Unterlagen Stück für Stück oder als Sammelantrag einreicht. Es muss noch Wald abgeholzt werden, Tesla will laut Brandenburger Regierung die dreifache Menge wieder aufforsten lassen.

Der Hersteller kann laut „Bild am Sonntag“ mit EU-Zuschüssen von rund 300 Millionen Euro rechnen. Die Fabrik soll voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen und zunächst den künftigen Kompakt-Sportgeländewagen Model Y sowie auch Batterien und Antriebe bauen. Tesla-Chef Elon Musk hatte auch angekündigt, ein Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin anzusiedeln.