Peter Thiel lockt Anleger in Bitcoin – und verkauft selbst heimlich

Der Investor Peter Thiel ist unmittelbar vor dem Krypto-Crash ausgestiegen und hat 1,8 Milliarden Dollar eingestreift.

Peter Thiel 2015 in Peking.
Peter Thiel 2015 in Peking.China Foto Press/imago

Der US-Milliardär Peter Thiel ist über die von ihm mitbegründete Risikokapitalgesellschaft Founders Fund unmittelbar vor dem Bitcoin-Crash aus allen Krypto-Investments ausgestiegen. Das Unternehmen schloss fast alle seine über acht Jahre laufenden Wetten auf Kryptowährungen kurz vor dem Einbruch des Marktes im vergangenen Jahr ab und erzielte mit dem Schritt Renditen von rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Das berichtet die Financial Times. Besonders interessant: Während des stille und leise vorgenommenen Verkaufs, über den die FT jetzt erstmals berichtet, pries Thiel Bitcoin als Wachstumstitel an. Im April 2022, ungefähr zur gleichen Zeit, als sein Unternehmen den größter Teil seiner Kryptowährungsbestände verkaufte, sagte Thiel, er sei optimistisch in Bezug auf die Zukunft von Bitcoin. Er sagte auf einer Kryptowährungskonferenz in Miami, dass „wir am Ende des Fiat-Geldregimes stehen“ und äußerte die Vorstellung, dass der Preis – der damals bei etwa 44.000 Dollar gehandelt wurde – um den Faktor 100 steigen könnte.

Thiel sagte damals, Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, und Larry Fink, Chef von Blackrock, „müssen einen Teil ihres Geldes in Bitcoin stecken“ und fügte hinzu: „Wir müssen uns gegen sie wehren.“ Damit insinuierte Thiel, dass die Nachfrage nach Bitcoin drastisch steigen könnte und damit Investments hohe Wertzuwächse verbuchen würden. Dimon hatte im Jahr 2017 Bitcoin als „Betrug“ bezeichnet.

Der in San Francisco ansässige Fonds hatte Anfang 2014 seine erste Investition in Bitcoin getätigt und investierte anschließend große Summen in Krypto-Assets. Etwa zwei Drittel der Gesamtinvestition wurden für den Kauf von Bitcoin verwendet, sagten Personen, die dem Fonds nahe stehen, der FT.

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Der Founders Fund verkaufte den Großteil seines gesamten Kryptowährungsportfolios bis Ende März 2022 – bevor der Markt für digitale Vermögenswerte im Mai 2022 in eine Krise geriet, so die FT. Der Fonds habe derzeit kein nennenswertes Engagement in Kryptowährungen. Die Abwicklung seiner Krypto-Wette wurde bisher nicht gemeldet. Founders Fund lehnte eine Stellungnahme ab.

Thiel, ein großer Unterstützer republikanischer Kandidaten und Unterstützer des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, war einer der ersten Mainstream-Investoren, der große Summen Bitcoin kaufte, und war daraufhin lautstark optimistisch in Bezug auf die digitale Währung. Er hatte die Theorie unterstützt, dass mit Kryptowährungen das gesamte klassische Finanzsystem aus den Angeln gehoben werden könne.

Ein Kommentator schreibt der FT zu dem Bericht, es gäbe immer einen schlauen Teenager, der die Party verlässt, bevor die Eltern nach Hause kommen. Das Magazin Forbes hat ermittelt, dass seit März 2022 die 17 reichsten Krypto-Investoren der Welt insgesamt etwa 116 Milliarden Dollar verloren haben. Bitcoin verlor im vergangenen Jahr drei Viertel seines Werst vom Höhepunkt. 2014 lag war der Kurs bei 750 Dollar gelegen, im November 2021 war der Wert auf 65.000 Dollar gestiegen.