Das Logo von Thyssenkrupp klebt auf einer Scheibe vor einem Aufzug.
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Essen - Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp verkauft seine Aufzugssparte für 17,2 Milliarden Euro vollständig an ein Konsortium mehrerer Finanzinvestoren. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag und beruft sich dabei auf eine Mitteilung des Esssener Konzerns. Mit dem Geld will das Unternehmen demnach Schulden abbauen und den geplanten Konzernumbau finanzieren.

Mit einem Teil des Verkaufspreises - 1,25 Milliarden Euro -  will Thyssenkrupp dann wieder Anteile am verkauften Aufzugsgeschäft erwerben. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen, man erwarte aber keine Bedenken der zuständigen Behörden, heißt es in der Mitteilung weiter.

Die Aktien von Thyssenkrupp wurden am Donnerstag im nachbörslichen Geschäft beflügelt. Sie sprangen auf Tradegate um 5,8 Prozent auf 9,70 Euro hoch. Mit einem knapp einprozentigen Minus waren sie zuvor aus dem Handel gegangen.

Aufzugssparte ist der einzige nennenswerte Gewinnbringer bei Thyssenkrupp

Zu den Käufern um die Finanzinvestoren Advent und Cinven gehört auch die RAG-Stiftung aus Essen. Die Stiftung ist für die Finanzierung der dauerhaften Folgekosten des Steinkohlenbergbaus zuständig und dazu auf sichere Erträge ihres Kapitals angewiesen.

Die Aufzugssparte ist derzeit der einzige nennenswerte Gewinnbringer bei Thyssenkrupp. Weltweit beschäftigt Thyssenkrupp Elevator rund 53.000 Mitarbeiter, fast ein Drittel aller Beschäftigten. Mit dem Verkauf und der Wartung von Aufzügen und Rolltreppen verdiente Thyssenkrupp laut der Deutschen Presse-Agentur allein im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen operativen Gewinn von 228 Millionen Euro.

Bei Thyssenkrupp hat sich in den vergangenen Monaten die Lage immer mehr zugespitzt. Die lange vorbereitete Fusion der Stahlsparte mit dem europäischen Zweig des indischen Stahlkonzern Tata war von der EU-Kommission untersagt worden. Eine Aufspaltung des Konzerns in zwei Aktiengesellschaften wurde darauf abgesagt. Vorstandschef Guido Kerkhoff musste nach nur gut einem Jahr im Amt seinen Hut nehmen. Im Oktober wechselte dann die Aufsichtsratsvorsitzende Martina Merz als Interimschef an die Spitze des Vorstands. Nach dem Verkauf der Aufzugssparte soll der traditionsreiche Stahl wieder zum Kerngeschäft von Thyssenkrupp werden.