Berlin - Um mich wie ein Trottel zu fühlen, brauche ich nicht extra in den Baumarkt zu gehen. Es reicht, wenn ich Finanztipps lese. Das Geld, steht da, verliere gerade so schnell an Wert wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Bliebe die Inflationsrate auf dem aktuellen Stand, hätte es in 30 Jahren zwei Drittel weniger Kaufkraft. Man könne damit jetzt nichts Dümmeres machen, als es auf dem Girokonto oder als Tagesgeld zu bunkern. Angeblich schrumpfen so in Deutschland um die 2,6 Billionen Euro vor sich hin. Das stammt, Ehrenwort, nicht alles von mir.

Einige Ersparnisse unseres Kleinbürgerhaushalts sind aber auch so angelegt, wie es früher mal als mittelclever galt. Ich betanke mit abnehmendem Elan eine Kapitallebensversicherung. Meine Frau unterhält einen Riester-Vertrag. Die Regierung hatte uns damals versprochen: Wer rechtzeitig riestert, kann sich auf seine späten Tage einen goldenen Hackenporsche leisten. Der Staat zahlt Zuschüsse, der Kunde profitiert wie Rockefeller. Allerdings ergab es sich, dass die Förderbeträge bei den Versicherern kleben bleiben. Einige Profis beurteilen diese Altersvorsorge inzwischen mitunter so, als hätten wir uns bei einer Kaffeefahrt eine erdstrahlungsresistente Rheumadecke andrehen lassen. Womöglich hätte man, ich übertreibe (ein bisschen), seine Kröten mit ähnlicher Perspektive auch in Hertha BSC investieren können.

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