Am Boden: Tui ist schwer von der Corona-Pandemie getroffen.
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HannoverTui ist als weltgrößter Tourismuskonzern schwer von der Corona-Pandemie getroffen - das wichtige Sommergeschäft soll trotz vieler Einschränkungen aber zumindest in Teilen noch gerettet werden. Am Mittwoch stellt das Unternehmen in Hannover die Zahlen zum 1. Geschäftshalbjahr (bis Ende März) vor. Vorstandschef Fritz Joussen hatte bereits drastische Folgen der Krise angedeutet, Tui musste fast alle Aktivitäten bis zunächst Mitte Juni einstellen. Während der Fremdenverkehr etwa in Deutschland nun wieder vorsichtig geöffnet wird, sitzt die Branche in vielen anderen Ländern praktisch weiter auf dem Trockenen. Die kommenden Monate dürften entscheidend werden.

BLZ/Galanty; Quelle: DPA

Der Tui-Konzern steht nach den üblichen Verlusten im Winter vor einer extrem schwierigen Sommersaison 2020 und will mehrere Tausend Jobs abbauen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Wegen der Unsicherheiten durch die Corona-Krise müsse man die Verwaltungskosten beim größten Reiseanbieter der Welt um 30 Prozent drücken, sagte Joussen zur Vorlage der Zahlen für das abgelaufene erste Geschäftshalbjahr. „Weltweit wird das Auswirkungen auf rund 8000 Stellen haben, die wir nicht besetzen oder abbauen.“

Von Oktober bis März war das bereinigte Ergebnis von Tui vor Zinsen und Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 175 Prozent auf minus 828,7 Millionen Euro abgerutscht. Verluste in dieser Zeit sind in der Branche an sich typisch, die Unternehmen verdienen das meiste Geld im Sommer. Dieser bringt im laufenden Jahr aber besondere Probleme: Im März musste Tui sein Programm zunächst einstellen, weltweit gibt es weiter Reisebeschränkungen, das Sommerprogramm ist nur zu 35 Prozent ausgebucht.

Zahlreiche Beschäftigte musste Tui Deutschland schon in Kurzarbeit schicken, für viele gilt die Regelung bis in den September. Um die Einnahmeeinbußen abzufedern und Liquidität zu sichern, bekommen die Hannoveraner über die staatliche Förderbank KfW zur Überbrückung der Krise einen Kredit von 1,8 Milliarden Euro. Dieser stockt eine schon bestehende Kreditlinie im Wert von 1,75 Milliarden Euro auf.

Joussen geht aber von einer Erholung aus: „Sommerurlaub in Europa kann jetzt schrittweise wieder möglich gemacht werden - verantwortungsvoll und mit klaren Regeln. Die Saison startet später, könnte dafür aber länger dauern.“ Die Wiederaufnahme des Geschäfts werde vorbereitet. Eine genauere Prognose traut sich der Konzern nicht zu.