Eine Überraschung war es nicht, nicht nach der Talfahrt der letzten Jahre und Hiobsbotschaften in Serie. Seit Ende Mai ist die Hälfte des Grundkapitals beim fränkischen Traditionsunternehmen Loewe von Dauerverlusten aufgefressen, ließ Konzernchef Matthias Harsch mitteilen. Rechtlich sind die Kronacher deshalb nun zur Einberufung einer Hauptversammlung verpflichtet. Sie findet am 31. Juli in Berlin statt. Wenn alles gut geht, wird dort ein Rettungsplan präsentiert. Aber gut gegangen ist bei Loewe, einem der drei letzten verbliebenen TV-Gerätehersteller Deutschlands neben Metz und Technisat, schon lange nichts mehr.

Per Kapitalschnitt soll das Grundkapital drastisch auf ein Viertel und damit 3,3 Millionen Euro eingedampft werden. Geplant ist eine anschließende Kapitalerhöhung in einer Dimension, die Investoren zwei Drittel aller Firmenanteile zuteilen würde. Denn Loewe braucht dringend frisches Geld. Es gebe Interessenten, heißt es dort, einen strategischen Investor aus Asien und einen aus der Finanzbranche, mit denen Gespräche geführt werden.

Absatz um ein Fünftel eingebrochen

Auch mit den bestehenden Eignern rede man wegen der nötigen Kapitalerhöhung. Das sind der Unterhaltungselektronikkonzern Sharp aus Japan (29 Prozent), der französische Netzwerkspezialist Lacie (elf Prozent) und die Familie des ehemaligen Loewe-Chefs Rainer Hecker (14 Prozent). Ob sie helfen können, ist fraglich.

Sharp ist schwer angeschlagen und kämpft um seine Zukunft. Dass Hecker die nötigen Millionen hat, darf bezweifelt werden. Und Lacie dürfte es sich zweimal überlegen, noch mehr Geld zu riskieren.

„Es ist ein mörderischer Wettbewerb“, sagt ein Sprecher der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik zur Marktlage. Um ein Fünftel sei der Absatz mit TV-Geräten im ersten Quartal 2013 hierzulande eingebrochen, die Preise in den vergangenen fünf Jahren um ein Viertel auf durchschnittlich 620 Euro gefallen. Nicht einmal Weltmarktführer Samsung aus Südkorea schreibt im Geschäft mit TV-Geräten noch schwarze Zahlen, sagen Experten.