In einer Restaurant-Küche.
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BerlinDie bundesdeutsche Hotel- und Gastronomiebranche ist von der Corona-Pandemie betroffen wie kaum eine sonst. Beim Branchenverband ist von Umsatzverlusten „historischen Ausmaßes“ die Rede. Präsident Guido Zöllick beziffert die Rückgänge auf bundesweit 17,6 Milliarden Euro. Betriebe hatten für über 90 Prozent der Beschäftigten Kurzarbeit angezeigt. Diese, so Zöllick, habe sich als „wertvolles arbeitsmarktpolitisches Instrument“ erwiesen, um Mitarbeiter nicht entlassen zu müssen.

Wie detaillierte Zahlen der neuesten Arbeitslosenstatistik der hiesigen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit aber zeigen, hat die Arbeitslosigkeit vor allem in der Berliner Gastronomie sowie der Hotellerie dennoch dramatisch zugenommen. Denn während die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Berlin im August gegenüber dem August des vergangenen Jahres bereits um 37 Prozent gestiegen war, stieg die Arbeitslosigkeit in Teilen des Gastgewerbes um mehr als 50 Prozent.

Waren etwa aus der Berliner Gastronomie bei der Arbeitsagentur vor einem Jahr noch 5928 Menschen als arbeitslos registriert, so waren es im vorigen Monat 9550. Das ist ein Zuwachs um 61 Prozent. Wie die Statistik ausweist, verloren in Berlin allein 4050 Köche und Küchenangestellte während der Corona-Krise ihren Job. Im Hotelwesen, wo die Auslastung oft noch immer nur bei zehn bis 20 Prozent liegt, ist die Arbeitslosigkeit um 50 Prozent angestiegen. Ebenso stark ist der Zuwachs im Bereich Veranstaltungsservice und -management.

Alarmierend ist zudem der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bereich Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege. Dort haben wegen der Pandemie über 1800 Menschen ihre Arbeit verloren. Sogar unter Lehrern und Ausbildern an außerschulischen Bildungseinrichtungen dokumentiert die Statistik eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 49 Prozent. Aber auch an allgemeinbildenden Schulen stieg die Arbeitslosigkeit um 34 Prozent.

Im Berliner Einzelhandel, wo inzwischen mit mindestens 1,8 Milliarden Euro Umsatzverlust gerechnet wird und etwa jedes dritte Geschäft ums Überleben kämpft, verschwanden mehr als 5600 Arbeitsplätze.