Addis Abeba - Die Millionen von jungen Arbeitslosen in Afrika sind laut einem UN-Bericht ein Risiko für Fortschritt und Frieden. Neue Jobs für die 15- bis 24-Jährigen gehörten daher ganz oben auf die Agenda der Regierungen, forderte der „African Economic Outlook 2012“. Denn 60 Prozent aller Afrikaner in dieser Altersgruppe seien arbeitslos - und stellten ein Stabilitätsrisiko dar.

„Jugendliche ohne Perspektiven haben nicht nur Probleme, sondern machen auch Probleme“, sagte Emmanuel Nnadozie von der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) mit Blick auf den Arabischen Frühling, der auch durch die hohe Jugendarbeitslosigkeit in der Region ausgelöst worden sei. „Jeder zweite Jugendliche, der sich einer Rebellenbewegung anschließt, nennt Arbeitslosigkeit als Hauptgrund für seine Entscheidung“, heißt es in dem Bericht.

Mit 200 Millionen Einwohnern zwischen 15 und 24 Jahren hat Afrika die jüngste Bevölkerung der Welt. Es wird erwartet, dass sich die Zahl bis 2045 verdoppelt. Die Schulbildung hat sich zwar erheblich verbessert: 42 Prozent aller Jugendlichen auf dem Kontinent haben bereits heute eine weiterführende Schule besucht - bis 2030 sollen es 59 Prozent sein. Doch trotzdem droht vielen nach der Schule die Arbeitslosigkeit - besonders in ländlichen Gebieten gibt es derzeit kaum Aussichten, eine angemessene Stelle zu finden. Auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) geht davon aus, dass gerade in den Schwellen- und Entwicklungsländern die Arbeitslosigkeit der Jüngeren ansteigen wird.

Der jährliche Wirtschaftsausblick für Afrika wird von den Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit der Afrikanischen Entwicklungsbank (ADB) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erstellt. (dpa/jam)