Berlin/Leuna/Schwedt - Die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag fordert nach einem Medienbericht für die vom absehbaren Ende der Öl-Importe aus Russland besonders betroffenen ostdeutschen Raffineriestandorte eine Unterstützung vom Bund. Die Bundesregierung müsse sowohl die Versorgung der Raffinerien in Leuna und Schwedt mit Rohöl als auch die Versorgungssicherheit Ostdeutschlands mit Kraftstoffen gewährleisten, heißt es nach Angaben des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in einem Antrag, den CDU und CSU noch in dieser Sitzungswoche in den Bundestag einbringen wollen.

Die Bundesregierung müsse die ostdeutschen Länder zudem dabei unterstützen, zu einem führenden Standort bei der Produktion von strombasiertem Kerosin aus erneuerbaren Energien zu werden, so die Unionsabgeordneten weiter. Die Standorte Leuna und Schwedt und das vorhandene Pipelinenetz böten gute Voraussetzungen, um den Flughäfen Leipzig/Halle und Berlin eine „europäische Führungsrolle auf dem Weg hin zum CO2-neuralen Luftverkehr zu ermöglichen“.

Die Raffinerie Leuna in Sachsen-Anhalt sowie die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt beziehen russisches Öl aus der „Druschba“-Pipeline. Die Bundesregierung will im Rahmen des EU-Embargos gegen Russland auf Öl-Importe über diese Pipeline verzichten. Vor allem für Schwedt werden noch Alternativen gesucht.