Service an Bord.
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BerlinDie weltweite Corona-Pandemie hat den Passagierluftverkehr fast nahezu zum Stillstand gebracht. Voraussetzung für die Mobilität der Menschen ist die Aufhebung der Einreisebeschränkungen, Quarantänebestimmungen und Reisewarnungen. Wie sieht es zurzeit in der Flugreisen-Branche aus? Eine Bestandsaufnahme.

Volle Urlaubsflieger kann sich Bundesaußenminister Heiko Maas derzeit nicht vorstellen. Es reiche nicht, „nur Abstand am Flughafen zu wahren, sondern das muss auch im Flugzeug gewährleistet sein. Ob das durch freibleibende Sitze geschieht, ob das durch Dinge, die dort eingebaut werden, geschieht, das ist zurzeit Gegenstand vieler Gespräche mit den Fluggesellschaften“, sagte Maas in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

„Das ist eines der Probleme, das noch nicht gelöst ist.“ Er könne verstehen, dass „die Fluggesellschaften, die viel Geld verloren haben in den letzten Wochen, das jetzt so schnell wie möglich wieder aufholen wollen, aber das kann nicht zulasten der Abstandsregel gehen“, so Maas weiter. „Ich sehe noch keine komplett für mich überzeugende Lösung dafür, das muss aber gewährleistet sein.“

Ryanair verzeichnet einen Verlust von 200 Millionen Euro 

Europas größter Billigflieger Ryanair geriet in der Corona-Krise  schwer in Bedrängnis und wird im ersten Geschäftsquartal einen höheren Verlust einfliegen als befürchtet. So dürfte zwischen April und Juni ein Verlust von mehr als 200 Millionen Euro anfallen. Der Konzern mit Sitz in Dublin hatte zuvor mit einem Fehlbetrag von mehr als 100 Millionen Euro gerechnet. Die irische Airline erwartet dieses Geschäftsjahr weniger als 80 Millionen Passagiere - und damit nur fast die Hälfte der ursprünglich angepeilten 154 Millionen Fluggäste.

Boarding für einen Ryanair-Flug.
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Ryanair-Chef Michael O'Leary geht davon aus, dass auch im Sommer zwischen Juli und September, also dem Höhepunkt der Reisezeit, rote Zahlen unter dem Strich stehen werden. Sie sollen aber nicht ganz so schlimm ausfallen wie im ersten Quartal. Der Flugverkehr werde substanziell zurückgehen, was die Ticketpreise unter Druck bringe.

Ryanairs Rückkehr zu einem normalen Flugplan werde auch dadurch bedeutend erschwert, dass große Airlines mit Staatshilfen ihre Kosten drücken würden, hieß es vom Unternehmen. Die Fluggesellschaft hatte schon mitgeteilt, dass wegen der Krise bis zu 3000 Jobs von Piloten und Kabinencrews auf der Streichliste stehen. Weitere Optionen sind früheren Angaben zufolge unbezahlter Urlaub, Gehaltskürzungen um bis zu 20 Prozent sowie die vorübergehende Schließung von Basen in Europa.

Ab Juli 2020 wird es wieder Ryanair-Flüge geben

Im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 beförderte Ryanair 148,6 Millionen Passagiere, rund vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ohne die Covid-19-Ausbreitung hätten gut fünf Millionen Passagiere mehr befördert werden können. Der Umsatz kletterte auch dank steigender Durchschnittserlöse um zehn Prozent auf 8,5 Milliarden Euro.

Das Unternehmen hatte kürzlich bereits mitgeteilt, ab Juli 40 Prozent der regulären Flüge wieder anbieten zu wollen. Voraussetzung für den Neustart sei aber, dass die Regierungen die Reisebeschränkungen für Flüge innerhalb der Europäischen Union lockern und an den Flughäfen Sicherheitsmaßnahmen gegen die Pandemie eingeführt würden. Täglich würde Ryanair nach eigenen Angaben dann fast 1000 Flüge anbieten. Ryanair hält das Tragen von Gesichtsmasken und Messungen der Körpertemperatur schon beim Betreten der Flughäfen für sinnvoll.

O'Leary wiederholte am Montag in einem BBC-Interview seine Kritik an der geplanten 14-tägigen Quarantäne für Flugreisende nach Großbritannien: „Das ist idiotisch und nicht umsetzbar.“ Für solche Maßnahmen habe das Land nicht genug Polizei. Die Quarantäne soll laut Regierung nicht für Passagiere aus Irland und Frankreich gelten.

Thai Airways ist ins Strudeln gekommen

Thai Airways, eine der größten Airlines in Asien, ist pleite. Das Unternehmen will aber den Geschäftsbetrieb einschließlich Passagierbeförderung und Frachtverkehr weiterführen. Die Airline hatte kürzlich ein Gläubigerschutzverfahren beantragt, um sich Spielraum für die anstehende Sanierung zu verschaffen. Inzwischen hat die thailändische Regierung dem Restrukturierungsplan zugestimmt. Während des Verfahrens, das einem Schutzschirmverfahren nach deutschem Recht ähnelt, kann Thai den Flugbetrieb und alle anderen Geschäftsfelder wie gewohnt fortführen. Die Star-Alliance-Airline will den vollen Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen, sobald es die weltweiten Reisebeschränkungen in der Corona-Krise zulassen. Alle Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Ab 2021 führt Lufthansa diese Premium Business Class ein.
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Lufthansa hebt im Juni wieder ab

Die Airlines der Lufthansa Group hingegen weiten ihr Angebot mit dem Juni-Flugplan im Vergleich zu den vergangenen Wochen deutlich aus.  Lufthansa, Swiss und Eurowings nehmen im Juni wieder zahlreiche Sonnen- und Sommerziele sowie mehr Langstreckendestinationen in ihr Flugprogramm auf.

Mit über 106 Deutschland- und Europadestinationen sowie über 20 interkontinentalen Zielen wird sich das Flugangebot bis Ende Juni für alle Reisenden stark erweitern. Bis zum Ende des Monats Juni planen die Airlines der Lufthansa Group rund 1800 wöchentliche Verbindungen zu mehr als 130 Zielen weltweit anbieten zu können.

„Mit dem Juni-Flugplan leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Wiederhochfahren der Luftverkehrsinfrastruktur. Sie ist ein wesentlicher Teil der deutschen und europäischen Wirtschaftskraft. Menschen wollen und können wieder reisen, ob in den Urlaub oder aus geschäftlichen Gründen. Wir bauen deshalb unser Angebot auch in den nächsten Monaten Schritt für Schritt weiter aus und verbinden Europa miteinander und Europa mit der Welt“, so Harry Hohmeister, Mitglied des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG.

Wir verbinden Europa miteinander und Europa mit der Welt.

Harry Hohmeister, Mitglied des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG

Die zusätzlichen Lufthansa Wiederaufnahmen in der ersten Juni-Hälfte in Deutschland und Europa sind ab Frankfurt: Hannover, Mallorca, Sofia, Prag, Billund, Nizza, Manchester, Budapest, Dublin, Riga, Krakau, Bukarest und Kiew. Ab München sind es Münster/Osnabrück, Sylt, Rostock, Wien, Zürich, Mallorca und Brüssel.

Die Lufthansa-Gruppe bietet bald 70 Verbindungen nach Übersee

In der ersten Juni-Hälfte stehen darüber hinaus auch 19 Langstreckenziele im Flugprogramm, 14 mehr als im Mai. Insgesamt bieten die Airlines Lufthansa, Swiss und Eurowings damit bis Mitte Juni über 70 wöchentliche Frequenzen nach Übersee an, fast viermal so viele, wie noch im Mai. Für die zweite Juni-Hälfte sind weitere Wiederaufnahmen von Langstreckenflügen in Planung.

Die Langstrecken-Wiederanflüge von Lufthansa ab Frankfurt im Detail (vorbehaltlich eventueller Reisebeschränkung): Toronto, Mexiko-Stadt, Abuja, Port Harcourt, Tel Aviv, Riad, Bahrain, Johannesburg, Dubai und Mumbai. Die Destinationen New York (Newark), Chicago, Sao Paulo, Tokio und Bangkok werden weiterhin angeboten.

Ab München hebt man wieder nach Tel Aviv und Los Angeles ab

Die Langstrecken-Wiederanflüge von Lufthansa ab München im Detail (vorbehaltlich eventueller Reisebeschränkung): Chicago, Los Angeles, Tel Aviv. Die Flugpläne der Airlines der Lufthansa Group sind eng aufeinander abgestimmt und ermöglichen damit über die Drehkreuze eine verlässliche Konnektivität zu europäischen und interkontinentalen Zielen.

Austrian Airlines hat sich entschieden, die Einstellung des regulären Flugbetriebs um eine weitere Woche, von 31. Mai bis 7. Juni, zu verlängern. Ein Neustart im Juni wird geprüft. Swiss plant, wieder verschiedene Ziele im Mittelmeergebiet anzufliegen, zudem werden weitere wichtige europäische Zentren in das Programm aufgenommen, wie etwa Paris, Brüssel oder Moskau.

Auch im Langstreckenbereich wird Swiss ihren Fluggästen im Juni über die drei wöchentlichen Verbindungen nach New York (Newark) hinaus wieder neue interkontinentale Direktverbindungen anbieten. Die Airline der Schweiz plant, ab Zürich Flüge nach New York (JFK), Chicago, Singapur, Bangkok, Tokio, Mumbai, Hong Kong und Johannesburg anzubieten.

Eurowings fliegt Richtung Urlaub - nach Mallorca von vielen Flughäfen

Eurowings hatte bereits vergangene Woche angekündigt, das Basisprogramm an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Hamburg und Stuttgart auszuweiten und ab Mai sukzessive 15 weitere Ziele innerhalb Europas aufzunehmen. Mit Spanien, Griechenland, Portugal und Kroatien liegt ein Schwerpunkt auf Destinationen im Mittelmeerraum. Die Insel Mallorca wird erstmals wieder von mehreren deutschen Eurowings Standorten angeboten. Brussels Airlines plant die Wiederaufnahme ihres Flugbetriebs mit einem reduzierten Netzwerkangebot ab dem 15. Juni.

Flugbegleiterinnen von Eurowings warten beim Boarding auf die Fluggäste.
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Und: Die Lufthansa Group Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Air Dolomiti kommen ihren Kunden bei Umbuchungen noch stärker entgegen. Wer in den nächsten Wochen einen Flug bucht, kann dies unbesorgt tun. Fluggäste, die ihr Reisedatum ändern möchten, können einmalig eine gebührenfreie Umbuchung für dieselbe Strecke und dieselbe Reiseklasse vornehmen.

Neue Umbuchungsregeln erleichtern das Fliegen

Dabei kann die Reise auch in die zweite Jahreshälfte 2021 verschoben werden, sodass einem entspannten Sommerurlaub oder dem Besuch einer Veranstaltung zum neuen Termin im kommenden Jahr nichts mehr im Wege steht. Das neue Reisedatum muss dabei vor dem 31. Dezember 2021 liegen. Diese Regelung gilt für Tickets, die bis einschließlich 30. Juni 2020 gebucht wurden und ein bestätigtes Reisedatum bis einschließlich 30. April 2021 haben. Die Umbuchung muss dabei vor dem ursprünglich geplanten Reiseantritt vorgenommen werden.

Bisher galt, dass bei Umbuchung die neue Reise bis zum 30. April 2021 angetreten werden musste. Dieser Zeitraum wurde nun erweitert. Damit kommen die Lufthansa Group Airlines dem Wunsch vieler Kunden nach, aufgrund der aktuell außergewöhnlichen Umstände ihre Reisepläne flexibler gestalten zu können.

Kunden sollten bei der Planung ihrer Reise die aktuellen Einreise- und Quarantänevorschriften der jeweiligen Destinationen beachten. Während der gesamten Reise kann es aufgrund der verschärften Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu Einschränkungen kommen, beispielsweise durch längere Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen. Auch das Catering-Angebot an Bord bleibt bis auf weiteres eingeschränkt. Die Fluggäste werden darüber hinaus weiterhin gebeten, eine Mund-Nasen-Bedeckung an Bord zu tragen.

Ab dem 25. Juni geht es bei Condor wieder los.
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Ab dem 25. Juni geht es mit Condor in Richtung Sonne

Aufbruchstimmung herrscht auch bei Condor. Ralf Teckentrup, CEO von Condor: „Derzeit bietet Condor im Rahmen unseres Rumpfflugplans zur infrastrukturellen Grundversorgung in Europa Flüge ab Frankfurt nach Mallorca, Teneriffa und Gran Canaria an. Dieser wird schon ab Mitte Juni sukzessive erweitert.

Condor startet pünktlich zum Beginn der Sommerferienzeit ab 25. Juni deutschlandweit ab acht Flughäfen zu zunächst 29 Urlaubszielen den Sommerflugplan neu: Deutschlands beliebtester Ferienflieger fliegt ab Ende Juni von Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Leipzig/Halle und Berlin-Schönefeld die beliebtesten Urlaubsregionen an, wie die Kanarischen Inseln, die Balearen, Andalusien, Griechenland, Kroatien, Sardinien, Italien, Zypern, die Türkei sowie die Nordseeinsel Sylt.

Der gesamte Sommerflugplan 2020 mit vorerst rund 300 wöchentlichen Verbindungen wird im Laufe des Tages aktualisiert. Reisen mit Condor sind bei allen deutschen Veranstaltern buchbar. Jede Neubuchung bis 31. Mai 2020 kann außerdem gebührenfrei umgebucht werden.

Auch Easyjet wird zum 15. Juni wieder den Flugbetrieb aufnehmen. Die ersten Flüge werden in Großbritannien von London Gatwick, Bristol, Birmingham, Liverpool, Newcastle, Edinburgh, Glasgow, Inverness, Belfast und der Isle of Man wieder aufgenommen. Darüber hinaus wird ab dem 15. Juni der Flugbetrieb wieder in Frankreich von Nizza, Paris Charles de Gaulle, Toulouse, Bordeaux, Nantes, Lyon und Lille sowie von Genf in der Schweiz, Lissabon und Porto in Portugal und Barcelona in Spanien starten.

Johan Lundgren, CEO von EasyJet, sagte dazu: „Wir haben eine Reihe von Maßnahmen eingeführt, um die Sicherheit auf jedem Teil der Reise zu verbessern. Dies reicht von der Desinfektion des Flugzeugs bis hin zur Maskenpflicht für Kunden und Besatzung. Diese Maßnahmen werden so lange in Kraft bleiben, wie es nötig ist.“

Es wird den Kunden ermöglicht, Abstandsregeln am Flughafen, an den Gates und beim Einsteigen in das Flugzeug einzuhalten. Sofern an Bord möglich, wird unser Bordpersonal Kunden bitten, Sitzplätze mit entsprechendem Abstand von anderen Passagieren einzunehmen.

In Marokko und Südafrika warten immer noch Heimkehrwillige

Es wird auch noch für eine andere Zielgruppe als Urlaubshungrige höchste Zeit, dass die Flugzeuge wieder abheben. Denn mehr als drei Wochen nach der vorläufigen Einstellung der Rückholflüge des Auswärtigen Amts sitzen immer noch Hunderte Deutsche im Ausland fest. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt erfuhr, befindet sich alleine in Marokko noch eine „hohe dreistellige Zahl“ rückkehrwilliger deutscher Staatsbürger, die wegen der Kappung der Flug- und Fährverbindung in der Corona-Krise nicht wegkommen.

„In Südafrika gehen wir von einer mittleren dreistelligen Zahl von ausreisewilligen Deutschen aus, in Argentinien und Pakistan von einer jeweils niedrigen bis mittleren dreistelligen Zahl“, heißt es aus dem Ministerium. Die Botschaften versuchen weiter in jedem Einzelfall, Rückkehrmöglichkeiten etwa mit den wenigen kommerziellen Flügen zu finden.

Dieses Bild wird bald normal sein: Eine Cockpit-Crew geht mit Mundschutz zum Flugzeug.
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Neue Bestimmungen an den Flughäfen

Was gilt, wenn es mit der Fliegerei wieder los geht? Passagiere müssen sich auf veränderte Abläufe an den deutschen Flughafen einstellen. Maskenpflicht an bestimmten Punkten, entzerrte und daher langsamere Abläufe, aber vorerst keine Medizin-Checks. Deutlich ist leider, dass es an deutschen Flughäfen bislang keine einheitliche Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in den Terminals gibt.

Bislang haben dies nur die Länder Berlin, Bremen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen für den gesamten Flughafen angeordnet, wie ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel einräumt. In den übrigen Ländern herrsche bislang nur ein Gebot beziehungsweise eine Tragepflicht an den Punkten Luftsicherheitskontrolle und Gepäckrückgabe. Er sei aber optimistisch, dass die anderen Länder nachziehen, sagte Beisel.

Der Verband empfiehlt den Flughäfen, die Passagierprozesse zu entzerren. So sollten mehr Check-In-Schalter öffnen und mehr Busse verkehren, wenn die Passagiere aufs Vorfeld gefahren werden müssten. In den Wartezonen müssten Sitzplätze gesperrt und Schlangen so organisiert werden, dass auch seitlich der Mindestabstand eingehalten werden könne. Bei Umsetzung der Vorschläge verliere die Infrastruktur 20 bis 50 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit, es könnte also nur noch die Hälfte der vorherigen Passagierzahl abgefertigt werden.

Keine Medizin-Checks an deutschen Flughäfen

Weiter wenden sich die deutschen Flughäfen gegen Medizin-Checks beim Ein- oder Aussteigen. Wärmebildkameras oder Fiebermessungen seien nicht geeignet, Träger des Coronavirus zu identifizieren, heißt es unter Berufung auf Fachuntersuchungen. Sollten Checks behördlich angeordnet werden, würden die Flughäfen Fragebögen bevorzugen, die von den Passagieren auszufüllen wären.

Die Flughäfen haben aber ein Maßnahmenpaket erarbeitet, um ein Ansteckungsrisiko nahezu auszuschließen. Alle Akteure an den Flughäfen stehen zu ihrer Verantwortung für ein sicheres Fliegen und ergreifen wirksame Maßnahmen im Sinne des Gesundheitsschutzes. „Uns ist es außerordentlich wichtig, dass Reisende mit einem guten Gefühl unsere Terminals betreten und ihre Flugreise antreten können“, hebt Elmar Kleinert, Vorsitzender des ADV-Fachausschusses Operation & Security und Geschäftsführer des Flughafens Bremen, hervor. ADV ist das Kürzel für den Flughafenverband.

Hier eine Auswahl der umzusetzenden Maßnahmen in den Flughafenterminals: Fortlaufende Information aller Besucher, Passagiere, Nutzer und Beschäftigten über die geltenden Maßnahmen des Gesundheits- und Hygieneschutzes. Verdeutlichung veränderter Betretungsregeln - z. B. durch Piktogramme, Bodenmarkierungen, Hinweisschilder, Aufsteller, Monitore, wiederkehrende Lautsprecherdurchsagen. Abstandswahrung von 1,5 m in allen Bereichen, wo möglich. Tragen eines Mund-/Nasenschutzes, vor allem in den Bereichen, in denen die erforderliche Abstandswahrung nicht möglich ist.

Alle Reisenden sollen wissen, dass sie keinem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind als in jedem Nahverkehrszug oder einer Straßenbahn.

Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer zum Thema Sicherheit auf deutschen Flughäfen

Außerdem: Einsatz von Plexiglasscheiben als Trennwand, wo erforderlich. Abfertigung von Flugzeugen an Gebäudepositionen (sofern betrieblich umsetzbar). Reduzierung der Auslastung der Busse auf dem Vorfeld. Anweisung an die Busfahrer, die Passagiere nur in kleinen Gruppen aussteigen zu lassen. Entzerrung des Boarding- und Deboardingprozesses in enger Kooperation mit den Airlines.

Wenn Passagiere Masken tragen müssen, wird nichts serviert

„Alle Reisenden sollen wissen, dass sie keinem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind als in jedem Nahverkehrszug oder einer Straßenbahn. Gleichzeitig ist aber auch jeder aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten und die Hygiene- und Abstandsregelungen zu befolgen“, so abschließend die eingehende Bitte des ADV-Hauptgeschäftsführers Ralph Beisel.

Aber: Wenn Flugpassagiere in der Kabine künftig alle Masken tragen müssen, wird die Bewirtung schwierig. Ob und wie dann Getränke und Mahlzeiten serviert werden können, werde intensiv diskutiert, sagte der Generaldirektor des Dachverbands der Fluggesellschaften (IATA), Alexandre de Juniac, am Mittwoch in Genf. „Es werden Lösungen diskutiert, zum Beispiel, dass nichts serviert wird", sagte de Juniac. Auf längeren Flügen sei das schwierig. Dort werde überlegt, nur vorher verpackte Mahlzeiten auszugeben, um das Risiko von Ansteckungen bei der Essensausgabe zu reduzieren.