Das Apple-Geschäft in New York in Corona-Zeiten.
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Mehrere US-Bundesstaaten melden stark steigende Zahlen von Corona-Infizierten. Die Zahl der Todesfälle ist zwar vergleichsweise niedrig, doch in den Krankenhäusern häufen sich demnach die Fälle, die eine stationäre Behandlung benötigen. So meldet Texas, aktuell mehr als 4300 Patienten zu versorgen. Dies sei die höchste Zahl seit Ausbruch der Pandemie. Kalifornien meldet ebenfalls einen Rekord: Mit knapp 5400 Patienten müssen 19 Prozent mehr Personen versorgt werden als im Vormonat. Auch Arizona, Georgia, South Carolina, Mississippi, Tennessee und Arkansas meldeten jeweils einen Anstieg von Krankenhausaufenthalten wegen Corona auf Rekordhöhe.

Diese Entwicklung bremst die von US-Präsident Donald Trump eigentlich gewünschte Rückkehr zur Normalität. Zahlreiche Gouverneure haben bei der Öffnung deutlich gebremst. Ein besonderes Problem für die US-Wirtschaft sind die Reisebeschränkungen. Die Vereinigten Staaten verfügen wegen der einheitlichen Sprache über den großen Vorteil der Mobilität der Arbeitnehmer. Wegen der unterschiedlichen Corona-Entwicklung in den einzelnen Staaten ist es jedoch aktuell schwer, ungehindert zu reisen. Der plötzliche Anstieg hat etwa die Gouverneure von New York, New Jersey und Connecticut veranlasst, Besuchern aus Staaten mit erhöhten Infektionsraten eine zweiwöchige Quarantäne aufzuerlegen. Vor allem der New Yorker Bürgermeister Andrew Cuomo ist besonders vorsichtig, nachdem die Stadt in der ersten Welle einen totalen Lockdown verordnen musste. Unklar ist, wie die Behörden die Einreise und eine nachfolgende Quarantäne kontrollieren wollen. Der Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper, stoppte angesichts steigender Zahlen seine Pläne zur Lockerung der Sperrbeschränkungen und befahl den Bewohnern, wieder Gesichtsbedeckungen zu tragen.

Auch einzelne Unternehmen zögern angesichts der neuen Entwicklung mit einer zu raschen Wiederaufnahme des Betriebs. Der zunehmende Ausbruch veranlasste Apple, seine sieben Einzelhandelsgeschäfte in Houston zu schließen. Die Behörden hatten davor gewarnt, dass diese Läden zu Corona-Hotspots werden könnten. Zuvor hatte Apple bereits seine Filialen in Arizona und in drei südlichen Bundesstaaten geschlossen. Disney kündigte an, dass die für 17. Juli geplante Wiedereröffnung seiner Themenparks in Kalifornien weiter verschoben werden könnte.

Der Chef der Federal Reserve Bank of Chicago, Charles Evans, sagte in einer Rede dem Corridor Business Journal, dass er wegen der neuerlich hohen Zahlen damit rechne, seine Wirtschaftsprognose korrigieren zu müssen. Er gehe davon aus, dass das Wachstum durch lokale Ausbrüche gebremst und die Pandemie durch zu frühe Öffnungen wieder Auftrieb erhalten werde. Er erwartet eine Rückkehr zu einer einigermaßen normalen Lage frühestens zum Ende dieses Jahres. Eine völlige Normalisierung sieht Evans erst im Jahr 2022.