Der Immobilienmarkt in New York ist völig überhitzt. 
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New YorkDer amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin hat am Freitag bestätigt, dass das Rettungsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen angelaufen ist. Mnuchin schrieb auf Twitter, dass die ersten Kommunalbanken 700 Kredite in Höhe von 2,5 Millionen Dollar an die Unternehmen ausgegeben hätten. Die Regierung hat die Garantie über die Kredite übernommen. 

In zähen Verhandlungen hatten die Banken erreicht, dass sie die Kredite mit einem Prozent verzinsen können. Angesichts der Garantien und des Niedrigzinses von 0,5 Prozent in den USA ist das Kreditprogramm für die Banken attraktiv.

US-Arbeitsministerium: 701.000 Jobs verloren gegangen

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich schon vor dem Inkrafttreten der rigorosen Corona-Maßnahmen verschärft: Die Arbeitslosenquote ist im März auf 4,4 Prozent gestiegen. Laut dem US-Arbeitsministerium sind in dem Zeitraum 701.000 Jobs verloren gegangen. Laut Arbeitsmarkt-Bericht wurden die Werte von Anfang März berücksichtigt. Es wird erwartet, dass die Zahlen im April noch wesentlich schlechter sein werden.

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Besondere Sorge bereiten US-Ökonomen die zu erwarteten Kreditausfälle: Der Wirtschaftsdienst Bloomberg berichtet, dass sich die Hypotheken-Finanzierer auf Ausfälle von bis zu 30 Prozent bei Immobilien-Krediten einstellen. Mark Zandi, Chefanalyst von Moody’s Analytics, rechnet damit, dass von den Kreditausfällen etwa 15 Millionen US-Haushalte betroffen sein könnten.

Grafik: BLZ/Galanty

Im Unterschied zur Finanzkrise 2008 könnte eine neuerliche Kredit-Krise diesmal allerdings schwerer zu kontrollieren sein, weil der Absturz der Wirtschaft durch die Corona-Maßnahmen schlagartig kommt und Millionen von Kreditnehmern von Jobverlust und Arbeitslosigkeit betroffen sein könnten.

Möglichkeiten der Zentralbank (Fed) sind beschränkt 

Auch die Möglichkeiten der Zentralbank sind beschränkt: Die Bilanz der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) hat sich infolge ihrer Maßnahmen gegen die Corona-Krise bereits massiv aufgebläht. Wie aus Angaben der Fed vom späten Donnerstagabend hervorgeht, beläuft sich ihre Bilanzsumme mittlerweile auf 5,81 Billionen US-Dollar. Das ist ein einsamer Rekordwert. Verglichen mit einer Woche zuvor ergibt sich ein Anstieg um gut eine halbe Billion Dollar. Besonders stark trugen dazu die Ankäufe von US-Staatsanleihen und bestimmten Hypothekenpapieren bei, die die Fed zur Stützung des Finanzsystems und der Konjunktur in ihre Bücher nimmt.

Die Ausweitung der Fed-Bilanz erfolgt gegenwärtig noch schneller als zum Höhepunkt der Finanzkrise 2008. Zudem beginnt die Ausweitung von einem wesentlich höheren Niveau: Vor der Finanzkrise hatte die Bilanzsumme etwa 900 Milliarden Dollar betragen. Vor der Corona-Krise waren es etwas mehr als vier Billionen Dollar – ein Erbe der Finanzkrise. Zudem war die Bilanzsumme seit Herbst 2019 wieder langsam gewachsen, weil die Fed seither – in wesentlich geringerem Umfang als jetzt – US-Anleihen gekauft hat, um Spannungen am US-Interbankenmarkt zu begegnen.

Trumps Unternehmen bittet Deutsche Bank um Stundung

Von der dramatischen Entwicklung ist auch das Familienunternehmen von US-Präsident Donald Trump betroffen: Das Unternehmen befindet sich laut New York Times in informellen Gesprächen mit der Deutschen Bank, um einige Kredit-Raten stunden zu lassen. Vertreter des Unternehmens haben sich deshalb Ende März an die Private-Banking-Abteilung der Deutschen Bank in New York gewandt.

Zu den Darlehen der Deutschen Bank an Trump gehörten Kredite für ein Golfresort in Florida, für ein Hotel in Washington DC und den Chicago Tower. Laut New York Times sind zwei der Immobilien von der Pandemie betroffen. Das Doral Golf Resort in der Nähe von Miami hat laut der Zeitung alle Aktivitäten eingestellt, während das Washington Hotel sein Restaurant und seine Bar geschlossen hat.