Berlin - Der russische Angriffskrieg in der Ukraine verunsichert nach Einschätzung des Handelsverbandes (HBB) die Verbraucher in Berlin und Brandenburg. „Es gibt eine wahnsinnige Unsicherheit. Man weiß überhaupt nicht, wie der nächste Monat aussieht, und das schlägt sich in der Bereitschaft, Geld auszugeben, nieder“, sagte HBB-Sprecher Phillip Haverkamp auf Anfrage.

Nach Angaben des Verbands brach der Umsatz mit Lebensmitteln im April im Vergleich zum Vormonat um 7,7 Prozent ein. Im Vergleich zum April 2021 sei der Umsatz um 6,5 Prozent gesunken. „Die Entwicklung ist vermutlich den deutlich gestiegenen Preisen von Lebensmitteln geschuldet“, sagte Haverkamp. Auch Modeläden und Elektronikmärkte hatten Umsatzrückgänge zu beklagen. Nur der Onlinehandel konnte seine Umsätze steigern.

Der Verband zeigte sich optimistisch, dass der Handel die Krisenjahre überstehen wird. „Wir brauchen aber natürlich weitere Hilfe“, sagte Haverkamp. Für Investitionen in Digitalisierung und Energie-Effizienz seien staatliche Zuschüsse nötig, da viele nach den beiden Pandemiejahren und den ersten Kriegsmonaten über keine Rücklagen mehr verfügten.

Die Teuerung in Deutschland stieg im Mai mit 7,9 Prozent auf den höchsten Stand seit fast 50 Jahren. In einigen Bundesländern hat die jährliche Inflationsrate die 8-Prozent-Marke überschritten. Volkswirte rechnen nicht damit, dass das Preisniveau sich rasch entspannen wird - im Gegenteil. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher machen sich angesichts der Preise für Energie und Lebensmittel Sorgen, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen.