Halle - Die ostdeutschen Spargelbauern beklagen die schlechten Verkaufsergebnisse im Lebensmitteleinzelhandel. Der Absatz im Einzelhandel sei mehr oder weniger eingebrochen, sagte Frank Saalfeld, Geschäftsführer des Verbandes der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer (Vosba). In der Direktvermarktung, also in den Hofläden und den Verkaufsständen, laufe der Verkauf „eher gut“. Der Absatz liege in der Summe deutlich hinter dem vergangener Jahre.

Hintergrund hierfür seien die „Billigimporte“ aus Südeuropa oder Nordafrika, die in den Supermärkten bevorzugt angeboten würden, führte Saalfeld aus. Hinzu kämen die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und die Ukraine-Krise. Durch die daraus resultierenden dramatisch steigenden Lebenshaltungskosten werde laut Saalfeld deutlich überlegter eingekauft.

Deshalb hätten sich viele Betriebe entschlossen, die Saison um eine Woche zu verlängern, sagte Saalfeld, auch weil „der Start in die Saison in diesem Jahr doch eher spät und schleppend war“. Die Saison gehe normalerweise bis zum 24. Juni, dem Johannistag. Die Spargelbauern hofften bis dahin auf einen guten Endspurt. „Erfahrungsgemäß ist gerade Pfingsten eine gute Zeit, dass Wetter stimmt und Spargel im Freien zu essen ist nochmal zusätzlich geschmackvoller“, sagte Saalfeld.

Brandenburg ist Ostdeutschlands größtes Spargelanbaugebiet. 21.100 Tonnen wurden dort im vergangenen Jahr geerntet. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es deutlich weniger Anbauflächen. Zum Vergleich: 2021 wurden in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr insgesamt 1845 Tonnen Spargel geerntet. In Thüringen waren 2021 laut Landesamt für Statistik auf rund 267 Hektar Spargel geerntet worden. In Sachsen bauten rund 20 Betriebe auf einer Fläche von rund 260 Hektar Spargel an.