Auch in Frankreich wird Amazon bestreikt. In Bretigny-sur-Orge blockieren Umweltaktivisten die Zufahrt. Sie geben Amazon eine Mitschuld am Klimawandel.
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BerlinAm Schnäppchentag Black Friday hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Amazon-Beschäftigten an mehreren Standorten in Deutschland zu Streiks aufgerufen. Die mehrtägigen Arbeitsniederlegungen hätten in der Nacht zum Freitag begonnen, teilte Verdi mit. Betroffen sind demnach die Standorte Leipzig in Sachsen, Bad Hersfeld in Hessen, Koblenz in Rheinland-Pfalz, Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen und Graben in Bayern. 

Nach Angaben von Verdi dauern die Streiks bis einschließlich Montag an, in Koblenz, Leipzig und Bad Hersfeld bis zum frühen Dienstagmorgen. „Amazon bewirbt den Black Friday und den Cyber Monday mit extremen Preisnachlässen“, erklärte Verdi-Handelsexperte Orhan Akman. „Die Beschäftigten bei Amazon sagen dagegen: Ihre harte Arbeit ist nicht zu Schleuderpreisen zu haben.“ Verdi kämpft seit Jahren dafür, dass die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag bekommen und nach dem Tarif für den Einzel- und Versandhandel bezahlt werden.

Amazon beschäftig 13.000 Mitarbeiter ohne Tarifvertrag

Der Onlineriese Amazon weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets zurück und argumentiert, das Unternehmen sei auch ohne Tarifvertrag „ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber“ und zahle am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei. Darüber hinaus gebe es zahlreiche Zusatzleistungen. Zu den aktuellen Streiks erklärte Amazon, die Pakete kämen pünktlich an, „denn der Großteil der Mitarbeiter kümmert sich heute ganz normal um Kundenbestellungen“. Nach Angaben des Unternehmens gibt es in Deutschland 13.000 fest angestellte Mitarbeiter in den insgesamt 13 Logistikzentren, hinzu kommen Saisonkräfte während der Weihnachtszeit.