Verkehrsbündnis „Allianz pro Schiene“: Autofahren ist 63-mal tödlicher als Zugfahren

Der Verkehrssektor ist laut „Allianz pro Schiene“ für ein Viertel der europäischen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Seit 1990 sei der Kohlendioxid-Ausstoß von Fahrzeugen um 29 Prozent gestiegen. In der Europäischen Union verbrauche der Verkehrssektor mehr als 70 Prozent des Öls.

Züge fahren in Deutschland bereits zu rund 90 Prozent mit Strom. Bis 2020 soll 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen wie Solar- und Windanlagen stammen. In Hamburg fährt die S-Bahn schon zu 100 Prozent mit Ökostrom.

Wer die Umwelt schonen will, sollte also mit der Bahn reisen statt mit dem Auto, betont das gemeinnützige Verkehrsbündnis „Allianz pro Schiene“. Dies sei nicht nur für die Umwelt gut, sondern auch für die Menschen. Denn gerade Diesel-Fahrzeuge stoßen gesundheitsschädliche Feinstaubpartikeln und Stickoxide aus. Mit der Bahn zu reisen, sei auch deutlich sicherer als Bus- oder Autofahren. Die „Allianz pro Schiene“ stellte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz eine eigens berechnete Statistik vor. Danach hatten zwischen 2004 und 2014 Autofahrer ein 63-mal größeres Risiko, tödlich zu verunglücken als Bahnfahrer. Im Bus war das Risiko demnach viermal so hoch.

Jedes Jahr sterben auf Europas Straßen 26.000 Menschen

Betrachtet man nicht nur die tödlichen Unfälle, sondern die gesamte Unfallstatistik, sei die Wahrscheinlichkeit, mit dem Auto zu verunglücken, sogar 113-mal so hoch wie mit der Bahn.

„Für unsere alltägliche Mobilität ist die Eisenbahn das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel“, sagte der Geschäftsführer der „Allianz pro Schiene“, Dirk Flege. Horst Metzler, Geschäftsführer des Automobil-Club Verkehr (ACV), fügt hinzu: „Der europaweite Straßenverkehr löscht Jahr für Jahr eine Kleinstadt aus.“

Demnach sterben jedes Jahr auf Europas Straßen rund 26.000 Menschen. Alleine in Deutschland verunglückten in diesem Jahr bereits rund 3.450 Menschen im Straßenverkehr – und damit mehr als im Vorjahr. Ein besonders hohes Unfallrisiko haben laut „Allianz pro Schiene“ Fußgänger, Radler und E-Bike-Fahrer. „Schwächere Verkehrsteilnehmer, ältere Menschen, Fahrradfahrer und Fußgänger entwickeln sich immer mehr zu besonderen Risikogruppen“, sagte Metzler.

Ausgerechnet diejenigen Verkehrsteilnehmer also, die Anwohnern von Straßen einen großen Gefallen tun, indem sie leise sind und Platz sparen, und die obendrein die Umwelt schonen, setzen sich einem erhöhten Risiko aus. Höchste Zeit also, dass die Politik die Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer sicherer macht, fordern die Verkehrsverbünde.