Am Mittwochmittag erlebten viele Berliner Jugendliche eine Schrecksekunde, als sie auf dem Instagram-Accout der beliebten „Tagesschau“ plötzlich lesen mussten, dass es in Berlin „ab heute (16.12.) strikte Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 5 Uhr geben“ solle.

Melanie Reinsch, Senatssprecherin, dementierte die Meldung am Nachmittag unmissverständlich. Sie sagte der Berliner Zeitung: „In Berlin gibt es Kontaktbeschränkungen, die rund um die Uhr gültig sind. Es gibt, anders als in Brandenburg, keine Ausgangssperren.“ Tatsächlich heißt es in der gültigen Berliner Verordnung, dass man die Wohnung ohne „triftigen“ Grund nicht verlassen dürfe. Der Weg zur Arbeit ist ebenso ein triftiger Grund wie etwa der Gang mit dem Hund zu jeder Tages- und Nachtzeit. Auch Sport ist erlaubt – alle Gründe hier

Einen Moment lang schien so, als habe die „Tagesschau“ der ARD eine Exklusivmeldung auf ihrem Instagram-Account versteckt.  Denn auf der „Tagesschau“-Website stand nichts von den Ausgangsbeschränkungen zu fixen Zeiten. Nun gibt es wegen Corona in der Hauptstadt tatsächlich Ausgangsbeschränkungen. 

Eine Anfrage dazu beim für die „Tagesschau“ verantwortlichen Chefredakteur von ARD-aktuell Marcus Bornheim blieb zunächst unbeantwortet. Dafür tat sich etwa 20 Minuten nach Versand der Anfrage etwas auf dem Instagram-Account der „Tagesschau“. „Anders als zunächst berichtet, gibt es … keine strikteren Regeln in der Nacht“, stand dort nun zu lesen. Nicht geändert hatte die „Tagesschau“ dagegen eine zumindest höchst missverständliche Grafik zu dem Stück. Berlin war dort gegen 16.20 Uhr immer noch lila eingefärbt – eine Farbe, mit der die Redaktion der „Tagesschau“ sonst nur Länder gekennzeichnet hatte, in denen im Gegensatz zur Hauptstadt eine richtig harte nächtliche Ausgangssperre gilt.

Um 16.44 Uhr bedankte sich der zweite Chefredakteur von ARD-aktuell, Helge Fuhst, bei der Berliner Zeitung dafür, dass sie ihn und den ersten Chefredakteur Marcus Bornheim auf den Fehler im Instagram-Account der „Tagesschau“ aufmerksam gemacht hatte. Wenig später erneuerte nun auch die Grafik, was dazu führt, dass die Seite zu den Ausgangsbeschränkungen derzeit nicht erreichbar ist. 

Immerhin: Zahlreiche Jugendliche dürften als Folge auf diese Falschmeldung der „Tagesschau“ auf Instagram auch ohne offizielle Ausgangssperre auf nächtliche Bewegung im Freien verzichtet haben.