Volo, My Lorry & Deliveroo: Drei Lieferdienste für die gehobene Küche starten in Berlin

Bislang lieferten Online-Lieferdienste vor allem Fast Food. Doch damit soll es nun vorbei sein. In Berlin wird bald eine ganze Reihe von Start-ups darum kämpfen, aus gehobenen Restaurants und hippen Läden auszuliefern, die bislang keinen eigenen Lieferdienst betrieben.

Mit Volo, My Lorry und bald auch Deliveroo treten gleich drei Start-ups mit einem Modell an, dass sich stark von den etablierten Lieferdiensten im Stile von Lieferando unterscheidet. Während die etablierten Lieferdienste lediglich die Bestellungen zu den Imbissen leiten und diese sich selbst um die Auslieferung kümmern müssen, nehmen die neuen Start-ups den Restaurants die Auslieferung ab. Auch kleinere Restaurants, denen es zu aufwendig erschien, einen eigenen Lieferdienst zu unterhalten, können so ihr Angebot nach Hause liefern lassen.

Der Grund für den Hype um die Bestelldienste neuen Typs: Der britische Dienst Deliveroo bekam im Januar dieses Jahres knapp 24 Millionen Euro von Risikokapitalgebern. Mit den Millionen will der Dienst, der inzwischen in Berlin ein eigenes Büro hat, in Deutschland expandieren.

Harte Konkurrenz

In der Hauptstadt werden die Briten allerdings auf harte Konkurrenz treffen. Delivery Hero mit Sitz in Berlin sicherte sich für einen zweistelligen Millionenbetrag den gleichfalls hier ansässigen Dienst MyLorry, der auch in Frankfurt, Hamburg und München Gerichte von Restaurants ausliefert, die über Lieferheld.de bestellt werden.

Auch die Start-up-Fabrik Rocket Internet ist fest entschlossen, den Markt nicht Deliveroo zu überlassen. Rocket Internet ist zwar indirekt über Delivery Hero, an dem die Internetfirma der Brüder Marc, Alexander und Oliver Samwer knapp 40 Prozent der Anteile hält, an MyLorry beteiligt. Doch das reicht den Berlinern nicht. Sie haben auch noch für eine unbekannte Summe den Münchener Bestelldienst Volo übernommen, der den Service bisher nur in München angeboten hat. Das Start-up ist nun nach Berlin in das Rocket-Hauptquartier gezogen und beginnt sofort Rocket-typisch aggressiv zu expandieren.

Ab Donnerstag ist Volo in Berlin, München und Frankfurt verfügbar, weitere deutsche Städte sollen bald folgen. Im europäischen Ausland will Volo zunächst nach Amsterdam, London und Mailand expandieren. Auch in Sydney in Australien soll Volo schnellstmöglich auf den Markt gebracht werden. „Wir werden im ersten Schritt in zehn Länder expandieren“, sagte Volo-Mitgründer Konstantin Mehl der Berliner Zeitung.

Ausgeliefert wird bei Volo von angestellten Radfahrern. „Sie kommen zu den Stoßzeiten am besten durch,“ sagt Mehl. Das Start-up hat Algorithmen, die unter Berücksichtigung von Faktoren wie Zubereitungszeit, dafür sorgen sollen, dass immer der am besten positionierte Fahrer die Tour übernehme, so dass das Gericht zum Kunden gebracht wird, sobald es fertig ist und die Fahrer zugleich bestmöglich ausgelastet sind. „Da geht es viel um Vorhersage“, sagt Mehl. Damit das Essen nicht kalt wird, hat Volo auch den Lieferkreis beschränkt: Maximal zehn Fahr-Minuten dürfe der Kunde vom Restaurant entfernt sein.