Teheran - Inmitten der dramatischen Währungskrise im Iran hat die Regierung den Chef der Zentralbank ausgetauscht. Waliollah Seif, der die Zentralbank seit dem Amtsantritt von Präsident Hassan Ruhani 2013 geleitet hatte, wurde nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch durch Abdolnasser Hemati abgelöst, wie die amtliche Nachrichtenagentur Irna meldete.

Seif war es nicht gelungen, den Verfall des Rial aufzuhalten. Er verlor binnen eines Jahres rund die Hälfte seines Werts. Der 61-jährige Hemati führte bisher einen großen Versicherungskonzern, nachdem er als Chef der Sina Bank und der Bank Melli gedient hatte. Zuletzt war er als Botschafter in Peking vorgesehen.

Fester Wechselkurs gescheitert

Seif hatte im April versucht, einen festen Wechselkurs für den Rial gegen den Dollar einzuführen, doch hatte er die Entscheidung zurücknehmen müssen, nachdem der Handel auf dem Schwarzmarkt explodiert war und die Währung massiv an Wert verloren hatte. Die Währung geriet im Mai zusätzlich unter Druck durch die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen und neue Finanz- und Handelssanktionen gegen die Islamische Republik zu verhängen.

Die USA beschlossen im Mai zudem Sanktionen gegen Seif, dem sie vorwarfen, den iranischen Revolutionsgarden beim Transfer von Geld an die libanesische Hisbollah zu helfen. Ruhani dankte Seif am Mittwoch für seine Dienste und erklärte, das Kabinett habe „volles Vertrauen“ in seinen Nachfolger Hemati.

Eine Priorität nun sei der Kampf gegen „illegale Kreditinstitute“, sagte Ruhani. Zuletzt hatte der Bankrott von mehreren nicht-lizensierten Kreditinstituten zahlreiche Anleger um ihr Erspartes gebracht und wütende Proteste provoziert. Die Regierung steht nun unter Druck, die geprellten Anleger zu entschädigen. (afp)