Händler an der Wall Street.
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Frankfurt/Main/SingapurAn der Wall Street in New York ist der Aktienhandel am Montag für 15 Minuten ausgesetzt worden. Grund sind die stark fallenden Aktienkurse. Der Mechanismus ist der sogennannte "circuit breaker", der einsetzt, um Panik-Verkäufe zu stoppen. Der Index S&P 500 der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen war zuvor um sieben Prozent abgestürzt. Auch der Kursrutsch an der deutschen Aktienbörse beschleunigt sich: Der Leitindex Dax verlor am Montag zum Handelsauftakt 7,36 Prozent auf einen Stand von 10 692,29 Punkten. Das vermeldet die Nachrichtenagentur dpa. 

Am Ölmarkt sind die Preise zum Wochenauftakt abgestürzt. Am Montagmorgen fielen die Notierungen laut dpa für Rohöl aus der Nordsee und für US-Öl um jeweils etwa 30 Prozent - der stärkste prozentuale Einbruch seit fast 30 Jahren.

Eine Ölplattform in Schottland.
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Als Ursache für den Ölpreis-Crash gelten die gescheiterten Verhandlungen des Ölkartells Opec mit den in der sogenannten Opec+ zusammengefassten Förderländern wie Russland. Außerdem belastet die Sorge vor den wirtschaftlichen Folge der Coronavirus-Krise. Die Ölpreise sind somit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2016 zurückgefallen.

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Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 32,83 US-Dollar. Damit lag der Preis 12,44 Dollar niedriger als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI sackte um 12,44 Dollar auf 28,84 Dollar. Marktbeobachter sprachen vom stärksten prozentualen Einbruch am Ölmarkt seit dem Golfkrieg 1991.

Asiens Börsen tendieren in Verlustzone - Nikkei-Index bricht ein

Eine Frau und ein Mann stehen vor einer Anzeigetafel, die den Marktindex Nikkei 225 anzeigt.
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Auch die Börsen in Asien stürzen ab: An der Leitbörse in Tokio stürzte der Nikkei-Index für 225 führende Werte am Montag um mehr als 1000 Punkte unter die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten. Zur Handelsmitte notierte das Börsenbarometer einen massiven Abschlag von 1276,68 Punkten oder 6,15 Prozent beim Zwischenstand von 19 473,07 Zählern.

Japanische Exporttitel gerieten zudem durch ein Anziehen des Yen gegenüber dem Dollar unter Druck. Auch an anderen Börsenplätzen der Region gaben die Kurs teils deutlich nach. In China startete der Shanghai Composite Index mit einem Abschlag von 1,56 Prozent bei 2987,18 Punkten. Der Shenzhen Component Index tendierte zum Auftakt mit einem Verlust von 1,89 Prozent bei 11 363,8 Punkten.

Eurokurs steigt zeitweise auf den höchsten Stand seit über einem Jahr

Der Eurokurs ist am Montag im frühen Handel angesichts der hohen Verunsicherung an den Märkten zeitweise auf den höchsten Stand seit über einem Jahr gestiegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung kletterte bis auf 1,1495 US-Dollar. Dies war der höchste Stand seit Februar 2019. Zuletzt notierte er aber wieder tiefer bei 1,1404 Dollar. Am Freitagabend hatte der Euro noch deutlich weniger gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1336 (Donnerstag: 1,1187) Dollar festgesetzt.

Euro, Yen und Schweizer Franken legen zu

An den Märkten profitierten Währungen, die als sichere Alternative gelten. Die sich ausbreitende Coronavirus-Krise und der starke Einbruch er Ölpreise sorgte für Verunsicherung. So legten neben den Euro vor allem der japanische Yen und der Schweizer Franken deutlich zu. Unter Druck geraten sind hingegen Rohstoffwährungen wie der australische und der kanadische Dollar. Besonders deutlich geriet die norwegische Krone unter Druck. Auch der US-Dollar geriet zum Euro unter Druck. Händler verweisen auf den Zinssenkungsspielraum der US-Notenbank. Zudem wird in den USA viel Schieferöl produziert.