Die Konjunkturdaten für den Euro-Raum zeigen ein Schema, das man von den Finanzmärkten und der Präsentation von Unternehmenszahlen kennt: Der nachhaltige Aufschwung kommt fast immer in der fernen Zukunft. Einbrüche, die sich nicht mehr kaschieren lassen, werden dagegen gerne als Einmal-Ereignisse präsentiert. Das Vertrauen der Märkte soll durch die Illusion eine zugrundeliegenden Stabilität erhalten bleiben. Ein Blick in die Tiefe zeigt jedoch im Fall der Corona-Folgen: Ein möglicher Aufschwung ist durch externe Faktoren getrieben. Zum einen drucken die Zentralbanken ohne Unterlass neues Geld, auch die Europäische Zentralbank. Die größte Hoffnung aller Marktteilnehmer sind jedoch die staatlichen Rettungsprogramme. Wie nachhaltig der gleichzeitige Einsatz der verschiedenen „Bazookas“ allerdings ist, weiß niemand.

Allerdings wird zunehmend klar, wohin die Steuergelder gehen: In der Euro-Zone haben sich internationale Konzerne spanischer Provenienz den Löwenanteil gesichert. So kassiert etwa der Telekommunikationskonzern Telefonica mächtig ab. Zu verstehen ist das nicht: Denn durch die Digitalisierung im Zuge der Lockdowns sprudeln die Erlöse bei den Technologie-Unternehmen. Fehlen werden die Umsätze wegen der Lockdowns dagegen bei den kleinen und mittleren Unternehmen.

Warren Buffett hat das Problem erkannt und sagt: Wie haben eine Situation wie im Krieg. Dort wird die Industrie auf Kriegswirtschaft umgestellt, die Kleinen und Selbstständigen dagegen brechen zusammen. Buffett hat die neue US-Regierung vor den Folgen gewarnt. Die Warnung sollte auch in Brüssel und den Hauptstädten Europas zur Kenntnis genommen werden.