Etwas mehr Geld auf dem Konto, obwohl sich am Gehalt nichts geändert hat – das trifft 2022 auf die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu. Auch wenn das Plus in vielen Fällen minimal ist, so fällt doch auf, dass auf der ersten Gehaltsabrechnung im neuen Jahr trotz gleichbleibendem Bruttogehalt ein leicht verändertes Nettogehalt steht. Grund sind einige gesetzliche Änderungen, die zum Jahreswechsel in Kraft getreten sind.

Am deutlichsten wirkt sich dabei die Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags aus. Aber auch Anpassungen bei der Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung kommen zum Tragen.

Alleinerziehende profitieren am stärksten

„Allgemein fällt die Entlastung deutlich geringer aus als in den Vorjahren“, erklärt der IT-Dienstleister für Steuerberater, Datev, der berechnet hat, wie sich die Änderungen konkret für verschiedene Gehaltsstufen auswirken. Ein paar Beispiele für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Ostdeutschland: Am stärksten profitieren Beschäftigte mit mittleren und hohen Einkommen. Das größte Plus über alle Steuerklassen und Gehaltsstufen hinweg erzielen demnach Alleinerziehende mit einem Kind in der Steuerklasse II und einem Monatsbrutto von 6500 Euro. Diese Gruppe hätte über das Jahr hinweg bei gleichbleibendem Bruttogehalt 1135 Euro mehr auf dem Konto. Der Grund, dass Alleinerziehende überdurchschnittlich stark profitieren, ist, dass der Freibetrag für Alleinerziehende von diesem Jahr an automatisch in der Lohn- und Gehaltsabrechnung berücksichtigt wird, erklärt die Datev.

Mit einem durchschnittlichen Gehalt von 3500 Euro monatlich verändert sich das Nettogehalt dann schon sehr viel weniger. Alleinstehende in der Steuerklasse I können beispielsweise mit 97 Euro im Jahr mehr rechnen, ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern in der Steuerklasse III mit 150 Euro mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Kinderlose mit niedrigem Einkommen bekommen ein geringeres Nettogehalt

Es gibt allerdings auch Gruppen, die gar nicht profitieren oder sogar höhere Abzüge hinnehmen müssen. Dazu zählen Beschäftigte in den unteren Gehaltsstufen, die in der Steuerklasse III sind. Während bei Verheirateten mit zwei Kindern und einem Monatsbrutto zwischen 1500 und 2000 Euro der Auswertung der Datev nach das Nettogehalt einfach dasselbe bleibt wie in 2021, verringert es sich bei Kinderlosen in der gleichen Gehaltsgruppe sogar minimal um 18 bis 24 Euro im Jahr. Das liegt daran, dass der Kinderlosenzuschlag zur Pflegeversicherung angehoben wurde.