BerlinEine Paketabgabe für Onlinehändler – das ist nach Medienberichten die neueste Forderung der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Je teurer das Paket ist, desto höher soll die Abgabe sein. Onlinehändler müssen die Steuer direkt an das Finanzamt zahlen. Das Geld soll dann in einen sogenannten „Innenstadt-Fonds“ fließen, um den stationären Einzelhandel zu stärken. 

Der eine gibt ab, weil der andere leidet – ein solidarischer Vorschlag, so scheint es auf den ersten Blick. Denn während Onlinehändler von der Corona-Krise profitieren, bangen zahlreiche Läden in den Innenstädten Deutschlands um ihre Existenz. Das Problem: Die Paketabgabe zahlen nicht nur Versandgiganten wie Amazon, sondern alle Onlinehändler. Also auch kleine Onlineshops und stationäre Geschäfte, die online ihre Ware verkaufen. Viele kleinere Läden haben ihre Onlineshops in der Corona-Krise mühsam eingerichtet, um ihre Produkte trotz Pandemie zu verkaufen. Gerade im harten Lockdown sind eben diese Händler vom Onlineversand abhängig, um ihre Ladenmiete zahlen zu können. 

Die anvisierte Paketsteuer ist für sie nun eine zusätzlich Hürde. Denn sie wird die Bestellungen der Kunden zwangsläufig verteuern. Einzelhändler werden somit nicht gestärkt, sondern mit einer Steuer für ihre Online-Shops gestraft. Gewinner werden weiterhin Amazon und Co. bleiben, die trotz Abgaben ihre Waren günstig anbieten können. Fair ist das nicht. 

Heimische Onlinehändler und Läden, die Onlineshops eingerichtet haben, müssen geschützt werden. Sie tragen keine Schuld für die leeren Innenstädte. Stattdessen sollten marktdominierende Onlinekonzerne endlich kontrolliert und konsequent besteuert werden. Nur so kann sich der stationäre Einzelhandel wieder auf dem Markt behaupten.