Test mit Golf in acht verschiedenen Werkstätten

Die Reporter testeten acht Werkstätten, darunter kleine freie und große Ketten, und machten dort mit dem Golf den angebotenen „Sommer- oder Urlaubscheck“. Das zeigten die Aufnahmen mit versteckter Kamera:

ATU

Laut Mechaniker in der ersten ATU-Werkstatt musste die Klimaanlage gewartet werden – für 65 Euro. Auch gab es angeblich einen zu hohen Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit – diese sollte gewechselt werden. Kosten hier: 39 Euro. Auch das Öl müsse bald gewechselt werden, hieß es, und der Keilriemen sollte spätestens in einem halben Jahr ersetzt werden. 300 Euro sollten die Reparaturen im Gesamtpaket kosten.

Dazu sagte ein ADAC-Experte vom Prüfzentrum, der den Golf zuvor durchgecheckt hatte: „Ein Wechsel der Bremsflüssigkeit ist nicht notwendig, und auch ein Ölwechsel ist noch nicht dran. Der Keilrippenriemen ist vollkommen in Ordnung.“

Zweite Filiale

Hier machten die Reporter keinen Urlaubscheck, sondern klagten über ein „komisches Gefühl beim Bremsen.“ Der Mitarbeiter rät von einer Urlaubsfahrt mit dem Wagen ab und macht schließlich ein Angebot für neue Bremsen: Nur 400 Euro statt 680 Euro, das Angebot sei nur noch wenige Tage gültig.

Laut ADAC waren aber die Bremsen vorne und hinten vollkommen in Ordnung.

Euromaster

In der ersten getesteten Werkstatt war alles okay, in der zweiten hieß es, der Zahnriemen könnte reißen. Doch tatsächlich hat der Golf gar keinen Zahnriemen, sondern eine Steuerkette.

Freie Kfz-Werkstatt

Hier gab es nur einen schnellen Sicherheitscheck. Es hieß, das Auto sei sehr laut – und angeblich das Radlager kaputt.

First Stop

Auch hier wurde das Radlager hinten rechts als Übeltäter erkannt – es sollte sofort repariert werden, so der Mechaniker. Das Rad könne nämlich blockieren oder sich sogar lösen.

Vertragswerkstatt

Hier hatte man wenig Zeit, aber eine Testfahrt wurde gemacht. Auch in dieser Werkstatt stand das Radlager unter Verdacht, aber diesmal das vorne links. „Ich kann nicht sagen, wie lange es hält“, so der Mitarbeiter. Ein Austausch sollte 500 Euro kosten.

Die Gegenkontrolle des ADAC-Fachmannes zeigte: Jedes Radlager war vollkommen in Ordnung, es musste nicht erneuert werden.

Zusammengefasst zeigt der Test: Es gab viele Mängeldiagnosen, obwohl das Auto laut einem unabhängigen Experten völlig in Ordnung war. In acht Werkstätten war nur zweimal alles intakt, sechs versuchten offenbar für unnötige Reparaturen abzukassieren.

Woran es liegt, das Mechaniker absichtlich Mängel erfinden, versucht Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen zu erklären: „Die Werkstätten kalkulieren anders als früher, der nette Automechaniker von damals ist heute ein Verkäufer. Es müssen bestimmte Umsätze gemacht werden. Zu strenge Vorgaben führen dazu, dass über die Stränge geschlagen wird.“