Welcher ist der beste ETF auf dem MSCI World Index?

Der MSCI World wird häufig empfohlen, wenn es ums ETF-Sparen geht. Doch gibt es gleich mehr als ein Dutzend MSCI-World-ETFs. Worauf es bei der Auswahl ankommt.

Damit es bei der Geldanlage nicht bergab geht: Auf die richtige Fondsauswahl kommt es an.
Damit es bei der Geldanlage nicht bergab geht: Auf die richtige Fondsauswahl kommt es an.imago

Wer sich mit dem Thema Geldanlegen beschäftigt, kommt heute kaum noch an ETFs vorbei. Exchange Traded Funds, zu Deutsch börsengehandelte Indexfonds, gelten als einfache und günstige Möglichkeit, an der Börse zu investieren und langfristig Vermögen aufzubauen, ohne jedoch risikoreich auf einzelne Aktien setzen zu müssen. ETFs bilden immer die Werteentwicklung von ganzen Börsenindizes ab. Steigt der Index, entwickelt sich auch die Rendite des ETFs positiv. Bekannte Indizes sind etwa der Deutsche Aktienindex Dax oder der MSCI World.

Während im Dax allerdings nur 40 Aktien enthalten sind, sind es im MSCI World über 1500 Aktien aus Industrieländern der ganzen Welt. „Je mehr Aktien der Index enthält, desto besser ist die Risikostreuung“, erklärt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Deshalb empfehlen nicht nur Verbraucherschützer einen solchen weltweiten Index, wenn es darum gehen soll, langfristig Geld anzulegen, auch bei Testern der Stiftung Warentest oder anderen Experten liegt er ganz weit vorn.

Doch gibt es nicht nur einen ETF auf dem MSCI World, sondern mehr als ein Dutzend. In Deutschland können derzeit 22 verschiedene MSCI-World-ETFs bei Brokern erworben werden. Alle diese ETFs bilden die Wertentwicklung der über 1500 Aktien nach. Doch sie unterscheiden sich unter anderem in der Größe, der Replikationsmethode oder den Kosten – und damit auch bei der Rendite. Ein Überblick.

1. Kosten und Rendite

„Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal sind die Kosten“, sagt Jan Altmann vom Onlineportal justETF. „Der Wettbewerb in den vergangen Jahren hat dazu geführt, dass die Kosten für ETFs insgesamt stark gesunken sind.“ Für MSCI-World-ETFs liegen die Verwaltungskosten aktuell bei 0,12 bis 0,5 Prozent jährlich. „Das macht letztlich bei der Rendite schon einen Unterschied, ob man niedrige oder höhere Verwaltungskosten zahlt“, so Altmann. Nach einer Auswertung von justETF betrug die Rendite der MSCI-World-ETFs in den vergangenen zwölf Monaten zwischen 6,25 und 5,30 Prozent.

2. Fondsvolumen und Alter

„Das Fondsvolumen sollte nicht kleiner als 100 Millionen Euro sein, außerdem sollte sich der ETF mindestens drei Jahre am Markt befinden“, rät Altmann. Die Verbraucherzentralen gehen noch weiter und empfehlen, nur Fonds zu wählen, die mindestens über ein Fondsvolumen von 500 Millionen Euro verfügen. „Je geringer das Vermögen ist, das in einem ETF verwaltet wird, desto größer ist die Gefahr, dass die Fondsgesellschaft den Fonds irgendwann schließt oder dieser mit einem anderen Fonds verschmolzen wird“, so die Einschätzung der Verbraucherschützer. Die Folge: Anleger würden ihr Vermögen zwar ausgezahlt bekommen, müssten dieses aber direkt versteuern.

18 der 22 MSCI-World-ETFs haben einen Fondsvolumen, das größer als 100 Millionen Euro ist, 16 ETFs überschreiten das Volumen von 500 Millionen Euro. 19 der 22 MSCI-World-ETFs sind außerdem älter als drei Jahre und damit empfehlenswert.

3. Fondsdomizil

Steuerlich kann es außerdem einen Unterschied machen, wo der Fonds aufgelegt ist. „Wenn man einen physischen ETF auswählt, dann sollte dieser nach Möglichkeit in Irland beheimatet sein“, sagt Altmann. Denn während etwa in den USA 30 Prozent Quellensteuern auf Dividenden abgezogen werden, sind es in Irland nur 15 Prozent oder sie können für deutsche Anleger sogar komplett entfallen.

Ist ein ETF physisch replizierend, bedeutet das, dass alle Wertpapiere, die im Index enthalten sind, auch tatsächlich nachgekauft werden. Daneben gibt es auch synthetische ETFs, die unabhängig vom Index andere Wertpapiere enthalten. Der ETF-Anbieter lässt sich von einer Bank zusichern, dass sich der Wert trotzdem so entwickelt wie der zugrundeliegende Index. Das kann im Endeffekt günstiger sein, als alle Aktien genau wie im Index nachzukaufen. Außerdem entfällt die Quellensteuerproblematik.

Bei den MSCI-World-ETFs sind 15 physisch replizierend und zehn davon sind in Irland beheimatet.

4. Eigene Präferenzen

Neben der Unterscheidung zwischen physisch und synthetisch replizierenden ETFs gibt es auch die Unterscheidung zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs. Hierbei gibt es keine eindeutige Antwort auf die Frage, welche ETF-Art besser oder schlechter ist, sondern es kommt auf die eigenen Präferenzen an. Während ein Anleger bei einem ausschüttenden ETF einmal pro Quartal oder pro Jahr eine Dividende ausgezahlt bekommt, wird bei einem thesaurierenden ETF, auch wiederanlegend genannt, die Dividende dem Fondsvermögen gutgeschrieben. Anleger können so vom Zinseszinseffekt profitieren. Hingegen kann es bei ausschüttenden ETFs einen kleinen Steuervorteil geben, weil Ausschüttungen unterhalb des Sparerpauschbetrags nicht versteuert werden müssen.

Daneben sollten Anleger bei ihrer Wahl beachten, welcher ETF sparplanfähig ist, wenn sie Geld monatlich einzahlen wollen und nicht vorhaben, nur eine große Einmalanlage zu leisten. „Mittlerweile findet sich aber für jeden ETF auch ein Sparplanangebot, dabei kommt es dann nur auf die Wahl der Bank oder des Onlinebrokers an“, sagt Altmann.

Eine Übersicht über die 22 MSCI-World-ETFs und ihre Merkmale (Kosten, Größe, Replikationsmethode etc.) finden Anleger zum Beispiel bei stiftung-warentest.de oder speziellen ETF-Portalen wie justetf.com oder extraetf.com.