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Noch 36 Prozent aller PKWs sind Dieselfahrzeuge

Als der Dieselskandal rund um VW im September 2015 aufgedeckt wurde, begann für Autohersteller eine Krise, die sich bis heute fortsetzt. Das bis dato positive Image des Dieselantriebs stellte plötzlich die umweltschädlichste Option dar, die der Markt hergibt. Die Kunden reagierten darauf und orientierten sich von den vormals beliebten Dieselautos weg. Die Nachfrage sank 2018 in der EU um 18,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Immerhin wurden noch immer 5,59 Millionen Autos mit Dieselantrieb verkauft, was einem Gesamtanteil von 36 Prozent in den 27 getesteten EU-Ländern entspricht. Ein Jahr später sank der Marktanteil abermals auf 32 Prozent. Es handelt sich hierbei um die geringste Nachfrage seit der Jahrtausendwende. Noch 2011 lag der Marktanteil der Dieselautos auf seinem Höhepunkt bei 55 Prozent. In Deutschland blieb der Absatz 2019 immerhin recht konstant.

Als Reaktion auf die veränderten Marktbedingungen haben sich viele Unternehmen dazu entschlossen, ihr Angebot anzupassen. Vor allem bei Kleinwagen würde die Abgasreinigung zu teuer werden, sodass VW, Audi, Toyota und viele weitere Konzerne Dieselfahrzeuge lieber komplett aus dem Programm entfernen. Die Reaktion der Hersteller ist vor allem damit zu begründen, dass sie allzu große Wertverluste vermeiden möchten. Blicken wir zum Beispiel auf den weltgrößten Autobauer Toyota, der als einer der ersten auf Hybridfahrzeuge wie den Prius setzte. Nicht zuletzt deshalb erreicht der Aktienkurs aktuell die stärksten Werte der Unternehmensgeschichte. Vor allem Händler an der Börse können von dieser Entwicklung profitieren. Neben dem Handel mit physischen Aktien setzen hier immer mehr Investoren auf den CFD Handel, um auf die Entwicklung des Kurses zu spekulieren, ohne die Aktien physisch zu besitzen. Bei dieser Form des Tradings haben Investoren die Möglichkeit, sich long zu positionieren und damit auf weiterhin steigende Kurse von Unternehmen wie Toyota zu setzen. Anders als beim Aktienhandel bieten CFDs jedoch auch die Möglichkeit, sich short zu positionieren und damit auf fallende Kurse zu spekulieren.

Oberklasse verzeichnet Wachstum des Dieselmarktes

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Lediglich im Oberklasse-Segment ist der Diesel nach wie vor beliebt, wie die Statistiken zeigen. Hersteller wie Mercedes, Land Rover oder BMW besitzen nach wie vor viele Kunden, die den Dieselantrieb gegenüber Alternativen vorziehen. Hier wurde im Jahr 2018 sogar ein Anstieg der verkauften Autos von 44 auf 49 Prozent verzeichnet. Bei diesen Premiumautos handelt es sich allerdings um einen vergleichsweise geringen Marktanteil, der den Trend nicht entscheidend aufhalten wird. Ein Großteil des vorhandenen Diesel-Budgets wird vonseiten der Unternehmen in die Entwicklung von Hybrid- und Elektroautos investiert. In diesem Segment stieg der Absatz in den vergangenen Jahren deutlich an, sodass der Marktanteil der zugelassenen PKWs bereits 2018 bei 6,5 Prozent lag. Die Experten erwarten, dass diese nachhaltigeren Antriebe die Dieselautos auf Sicht vollständig ersetzen.

Neben dem schlechten Ruf und der immer weiter voranschreitenden Entwicklung von Elektro- sowie Hybridwagen gibt es allerdings noch weitere Gründe, die Kunden vor dem Kauf eines Dieselautos zweifeln lassen. Insbesondere die unsichere rechtliche Situation ist einer von ihnen. In diversen Städten Europas ist es schon jetzt nicht mehr möglich, ohne Erfüllung der Euro-6-Norm zu fahren. Sollte die Entwicklung der Elektro- und Hybridtechnologie weiter vorangehen, ist es sogar vorstellbar, dass in einigen Jahren ein vollständiges Fahrverbot zustande kommen wird. Insbesondere fortschrittliche Nationen wie Norwegen oder die Niederlande könnten an diesem Punkt den Ton angeben und früher oder später würden dann auch Länder wie Deutschland mitziehen.