Wegen Auswirkungen der Corona-Pandemie rechnet der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes für das zweite Halbjahr mit einem Auftragsrückgang in allen Sparten.
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Wiesbaden/BerlinDie Auftragsbücher der Baubranche in Deutschland füllen sich nicht mehr so schnell. Im Februar 2020 erhielten die Unternehmen des Bauhauptgewerbes deutlich weniger neue Aufträge als noch im Januar (minus 7,7 Prozent), wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Freitag real (preisbereinigt) weniger Bestellungen ein (minus 1,7 Prozent).

Nach Einschätzung des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) trüben sich die Aussichten zunehmend ein. „Dank eines hohen Auftragsbestandes zu Jahresbeginn konnten die Unternehmen bei milder Witterung ihre Kapazitäten im Januar und Februar bereits gut auslasten. Diese Entwicklung darf allerdings nicht über die Auswirkungen der Corona-Pandemie ab Mitte März hinwegtäuschen“, erklärte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. „Nach dem guten Start im ersten Quartal sehen die Unternehmen im zweiten Halbjahr einem Auftragsrückgang in allen Sparten entgegen.“

Den starken Rückgang von Januar auf Februar dieses Jahres erklärten die Wiesbadener Statistiker mit dem außergewöhnlich hohen Wert zum Jahresauftakt: Anfang 2020 war der höchste jemals gemessene Wert an Aufträgen in einem Januar ermittelt worden. „Veränderungen dieser Größenordnung sind im Monatsvergleich nicht außergewöhnlich“, erklärte das Bundesamt. „Die Ausbreitung des neuen Coronavirus hatte keine eindeutigen Effekte auf die Neuaufträge im Februar.“

Das Bauhauptgewerbe umfasst die Errichtung von Gebäuden (Hochbau) ebenso wie von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen (Tiefbau). Die Statistik des Bundesamtes berücksichtigt Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten.