In Berlin haben in diesem Jahr rund 4400 Langzeitarbeitslose eine Stelle bekommen.
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BerlinIn Berlin haben in diesem Jahr rund 4400 Langzeitarbeitslose eine Stelle bekommen, deren Arbeitgeber dafür einen Lohnkostenzuschuss aus Bundesmitteln erhalten. Das seit Januar geltende sogenannte Teilhabechancengesetz macht das möglich. 

Dabei gibt es zwei Fördermöglichkeiten, wie die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Arbeitsagentur mitteilte. Bei der einen erhalten Arbeitgeber zwei Jahre lang einen Lohnkostenzuschuss für neue Mitarbeiter, die mindestens zwei Jahre arbeitslos waren. Auf diese Weise haben bis Ende November rund 500 Arbeitslose eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen.

Bei der zweiten Variante erhalten Arbeitgeber für fünf Jahre einen Lohnkostenzuschuss, in den ersten beiden davon von 100 Prozent. Sie kommt für Arbeitslose infrage, die mindestens 25 Jahre alt sind und in den vergangenen sieben Jahren sechs Jahre lang Arbeitslosengeld II erhalten haben. Auf diesem Weg haben der Regionalagentur zufolge 3900 Arbeitslose eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden – im Bundesvergleich hat nur Nordrhein-Westfalen eine noch höhere Zahl. Beim Frauenanteil von 43 Prozent liegt Berlin der Regionaldirektion zufolge sogar auf Platz eins.

Neues Gesetz – neue Möglichkeiten

„Es ist ein wesentlicher Teil der Strategie der Bundesagentur für Arbeit, die Langzeitarbeitslosigkeit dauerhaft zu senken“, so die Regionaldirektions-Geschäftsführerin Simone Faßbender. „In dieser Hinsicht hat das seit einem Jahr geltende Teilhabechancengesetz neue Möglichkeiten eröffnet.“

In Berlin gab es im November laut der Statistik 37.210 Langzeitarbeitslose, ein Viertel aller arbeitslos Gemeldeten. Das waren sieben Prozent weniger als im November davor. Hartz IV, die sogenannte Grundsicherung, erhielten 248.720 Haushalte. Das waren 15.440 oder 5,8 Prozent weniger als im November 2018. Die Fördersumme im Rahmen des Teilhabegesetzes liegt bei bundesweit vier Milliarden Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren. Davon geht nach Angaben der Regionaldirektion rund ein Zehntel nach Berlin.