Apple ist das wertvollste Unternehmen aller Zeiten. Kein Wunder, heißt es, bedeutet doch jedes neue Produkt eine Sensation - ein Laptop der atmet oder ein Smartphone das spricht. Allein im letzten Jahr ist der Aktienkurs um über 86 Prozent gestiegen.

Dabei war gerade das letzte Jahr eine Serie von Enttäuschungen: Das für Oktober 2011 erwartete iPhone 5 war dann doch nur das magere 4S, die Quartalszahlen im April blieben hinter den Erwartungen der Anleger zurück und das iPad 3 war dem der zweiten Generation zu ähnlich und lief immer wieder heiß. Kurzum: Es hätte besser laufen können.

Manche Beobachter rechnen dennoch damit, dass Apple sogar noch wertvoller wird, doch die Indizien sind dürftig. Im September soll zwar endlich das iPhone 5 vorgestellt werden, doch die nächste große Revolution dürfte ausbleiben - haben doch Anbieter wie Samsung mittlerweile Geräte entwickelt, die zwar nicht ganz so schön, aber wesentlich robuster und billiger sind. Außerdem gibt es Gerüchte, dass Apple ein Kabelempfangsgerät für den US-Markt plant. Aber was soll ein Markt schon hergeben, den die traditionellen Kabelanbieter längst hart miteinander ringen? Ist doch schon längst der größte Konkurrent Google, der jüngst bei Olympia mit eigenen Youtube-Kanälen überraschte, im Fernsehgeschäft dabei.

Keine große Revolution

Zugegeben, ich würde mir auch keinen Windows-Rechner kaufen und auch Siri, die Spracherkennung, ist wirklich eine Süße. Haben ihr doch hunderte Youtube-Künstler auf der Gitarre geschrammelte Liebeslieder geschrieben. Die Firma mit dem angebissenen Apfel ist Kult, wer was auf sich hält, hat ein Mac Book, ein iPod, ein iPhone. Aber dieser Kult ist ein Überbleibsel aus alten Zeiten.

Seit dem Ausscheiden von Apple-Gründer Steve Jobs ist der Schwung weg. Ohne den Halbgott in Turnschuhen wird die nächste große Revolution und damit das nächste große Geld ausbleiben. Siri ist zwar süß, aber ihren Zweck erfüllt sie oft nicht. Ja, was soll denn ein Smartphone, das sprechen kann, wenn es am Ende auf viele Fragen sowieso nur antwortet: „Das weiß ich leider nicht. Soll ich im Web danach suchen?“