Falk Siegel, zuständig für die Expansion in neue Märkte bei Badi.
Foto: Badi

BerlinEine Wohnung oder ein WG-Zimmer zu vermieten, ist in Berlin wohl das kleinste Problem. „Den passenden Mieter oder Mitbewohner zu finden, ist dagegen nicht immer ganz so leicht“, glaubt Falk Siegel von Badi. Badi ist eine Plattform, auf der potenzielle Mieter und Vermieter sich finden sollen. Um den Prozess zu vereinfachen, legt jeder Nutzer ein Profil mit Foto und einer kurzen Beschreibung seiner Interessen an. Neben der individuellen Suche schlägt Badi dann mittels eines Algorithmus den Nutzern auch geeignete Kombinationen vor. Dieses Konzept wurde bereits in Barcelona, der Gründungsstadt von Badi, aber auch in London, Madrid und Rom getestet. Seit wenigen Monaten gibt es Badi nun auch in Berlin, am Donnerstag gab die Plattform ihren offiziellen Start bekannt.

Siegel ist bei Badi zuständig für die Expansion in neue Märkte und somit auch für einen reibungslosen Start in Berlin. „Normalerweise läuft es ja so“, sagt Siegel, „für ein freies WG-Zimmer kriegt man gerade in einer Stadt wie Berlin in kürzester Zeit Dutzende Anfragen, aus denen der Vermieter dann auswählen muss.“ Meist mithilfe eines aufwendigen WG-Castings. Diese Zeit könne man sich mit Badi sparen, so die Idee. Durch die Profile gebe es bereits eine Vorauswahl.

Mindestmietdauer von einem Monat

Am Donnerstag finden sich bereits rund tausend Inserate aus der Hauptstadt wieder. Von 200 Euro für ein neun Quadratmeter-Zimmer bis zu 1 800 Euro im Monat für eine 87 Quadratmeter große Wohnung – stattliche Preise, wie auf anderen Plattformen auch.

Vermieten oder mieten lassen sich die Zimmer und Wohnungen über die Plattform nur ab einem Zeitraum von mindestens einem Monat, bei ganzen Apartments müssen es mindestens zwei Monate sein. Die maximale Mietdauer ist hingegen nach oben hin offen. So wollen die Gründer nicht nur die große Konkurrenz um Airbnb umgehen, sondern auch gesetzlichen Einschränkungen wie dem Zweckentfremdungsverbot von vornherein aus dem Weg gehen.

Badi will Garantien für Mietzahlungen geben

Anders als auf den meisten anderen Immobilienportalen laufen zudem Buchungsvorgang und auch die Zahlungsabwicklung für die erste Monatsmiete über die Plattform. „Mietern und Vermietern entsteht dadurch kein Risiko“, sagt Siegel. „Unsere Buchungsrichtlinien schützen unter anderem beide Parteien vor kurzfristigen Stornierungen.“ Je nachdem, wie frühzeitig eine Stornierung erfolgt, kommt Badi für die gesamte oder teilweise Erstattung der ersten Monatsmiete auf. Storniert der Inserent, will Badi nach eigenen Angaben auch im Notfall für eine kurzfristige Hotelübernachtung aufkommen.

Allerdings verdient Badi dadurch noch kein Geld. Denn die mitgelieferten Garantien gibt es ohne Aufpreis. Noch finanziert sich das junge Unternehmen allein aus Investorengeldern. Auch wenn sich das in Zukunft ändern soll. „Die Gebühr wird aber geringer sein als die unserer Konkurrenz“, das zumindest verspricht Siegel zum jetzigen Zeitpunkt.