Spargelernte (Symbolbild)
Foto: dpa/Silas Stein

BerlinWas soll werden aus dem Spargel, der im märkischen Sand heranwächst? Die Bauern hatten Tausende Erntehelfer aus Rumänien und Polen erwartet. Doch die kommen nicht. Wegen der Corona-bedingten Grenzschließungen. Und wenn es nur um des Berliners Lieblingsgemüse ginge!

Millionen junge Gemüsepflänzchen müssen in nächster Zeit auf die Äcker. Dort nämlich wächst das dem Großstädter so liebe Produkt aus der Region – bio wie konventionell.

Zugleich zwingt die Schließung von Restaurants, Fitnessstudios, Malls, Kinos, Theatern, Clubs und so fort Zehntausende fitte Leute ins Nichtstun, in die licht- und luftarme Stube. Könnte da nicht zusammenwachsen, was am Ende der Speisekette nicht schon immer zusammengehört?

Ferien auf dem Kartoffelfeld

Jetzt ist der Moment, sich kreativ um die Versorgung verdient zu machen. Die Arbeit mit den Händen in der Erde ist hart, aber macht auch glücklich. Weiß jeder, der das schon gemacht hat, auch wenn nicht jeder Eltern mit einer spargelbepflanzten Sandfläche hatte. Spargel war in der DDR harte Währung.

Viele werden es nur noch von den Großeltern wissen, das die Herbstferien anfangs Kartoffelferien hießen und die Schulklassen ausrückten. Die famosen Äpfel aus dem Havelland pflückten übrigens viele Erntehelfer, die sonst in Berliner Hörsälen saßen.

Neun Euro Mindestlohn zahlen die Bauern, damit so Wichtiges wie Gemüse billig in die Stadt kommt. Wenig. Sehr wenig. Kann hier Staatsknete aufbessern? Wäre es möglich, den Erntelohn zusätzlich zu sonstigen Leistungen wie Kurzarbeitergeld oder Ähnlichen zu zahlen? Man begreift doch: Wichtig ist, was auf dem Acker passiert. Je kreativer desto besser.