Frankfurt am Main - Werden die Pläne der Bundesregierung für die Förderung der Erneuerbaren umgesetzt, kommt der Ausbau der Windenergie an Land schon bald zum Erliegen. Wir erläutern, wie es bis zum Jahr 2025 weitergehen könnte.

Wie steht es um die Windkraft?

Es ist eine Erfolgsstory: Nach den Zahlen der Bundesnetzagentur wurden in den zwölf Monaten zwischen Februar 2015 und Januar 2016 Anlagen mit einer Nettoleistung von knapp 3600 Megawatt installiert – da sind die stillgelegten Windräder bereits berücksichtigt. Die 3600 Megawatt entsprechen etwa drei Atommeilern.

Was ist das Geheimnis des Erfolges?

Der technische Fortschritt hat dazu geführt, dass die Windenergie an Land die mit Abstand günstigste erneuerbare Erzeugungsart ist - mit Kosten von sechs bis maximal neun Cent pro Kilowattstunde. Neue Kohlekraftwerke können Strom auch nicht billiger produzieren. Hinzu kommt, dass moderne Rotoren und Generatoren dazu führen, dass es sich auch an Standorten, wo weniger Wind weht, inzwischen rentiert, moderne Windmühlen aufzustellen.

Wie  sieht die weitere Entwicklung aus?

Das hängt ganz von den politischen Vorgaben ab. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat  Anfang März einen Entwurf für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgelegt. Das Paragraphenwerk regelt die Förderung des Ökostroms. Die neuen Bestimmungen sollen in den nächsten Monaten beschlossen werden. Das Papier sieht unter anderem vor, dass die Strommenge aus erneuerbaren Energien 2025 auf einen Anteil von 40 bis 45 Prozent am Stromverbrauch begrenzt wird. Ende vorigen Jahres waren es schon knapp 33 Prozent.

Was bedeutet das für den Ausbau der Windenergie?

Nach einer Studie des Beratungsbüros ERA im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion bricht unter diesen Vorgaben der Ausbau der Windenergie schon bald zusammen: Werden die 45 Prozent angepeilt, könnten nach 2018 nur noch 1500 Megawatt jährlich neu installiert werden, heißt es in dem Papier. Das ist weniger als halb so viel wie der Durchschnitt der vergangenen fünf Tage.

Wie wirkt sich dies auf die Menge des erzeugten Stroms aus?

Die 1500 Megawatt reichten nicht einmal, um bis 2025 ältere Windmühlen gegen moderne auszutauschen, schreiben die ERA-Autoren. Das bedeutet: Die Erzeugungskapazität schrumpft.  „Damit wird es schon in den 2020er Jahren zu einer Stagnation der Stromerzeugung aus Windenergie an Land kommen“, heißt es in der Studie.  Von 2022 an schrumpfe dann die Menge des Windstroms, der in die Netze eingespeist werde. Mit den 1500 Megawatt würde Regierung ihre eigenen Vorgaben unterlaufen. Denn sie hat einen sogenannten Ausbaukorridor zwischen 2400 und 2600 Megawatt festgelegt.