Der Enthüllungsjournalist Dan McCrum hat ein weitgehendes Desinteresse in Deutschland an seinen Wirecard-Enthüllungen vor dem Zusammenbruch des Unternehmens kritisiert. Er sagte bei einem Pressegespräch am Donnerstag in Berlin, erst „seit dem Kollaps von Wirecard hat Deutschland das ganze sehr ernst genommen“. Es wäre besser gewesen, wenn seine Recherchen für die britische Wirtschaftszeitung Financial Times schon zuvor ernster genommen worden wären.

Der Journalist hatte schon 2015 über Unregelmäßigkeiten bei Wirecard detailliert berichtet. Doch der Journalist geriet wegen seiner Berichte ins Visier der Staatsanwaltschaft München. Er sagte, die Ermittlungen wegen Insiderhandels seien mittlerweile eingestellt worden. McCrum gab an, dass die Ermittlungen auf einem offenkundig gefälschten Dokument beruht hätten. Die Fälschung sei vom früheren Wirecard-Manager Jan Marsalek in Umlauf gebracht worden. McCrum zeigte sich empört, dass auch die Finanzaufsicht Bafin auf diese Fälschung hereingefallen sei und ein Short-Selling-Verbot für Wirecard-Aktien erlassen habe. Eine solch drastische Maßnahme hätte es zuletzt in der Bankenkrise gegeben.

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