Die für Wirtschaftsprüfer zuständige Aufsicht APAS hat gegen EY den Vorwurf erhoben, das Testat 2017 für den Skandal-Konzern Wirecard bewusst falsch ausgestellt zu haben. So habe EY bis zuletzt schwere Bedenken geltend gemacht, diese aber nach nur wenigen Tagen völlig überraschend fallengelassen. Die Financial Times berichtet, vier mit der Sache befasste Personen hätten berichtet, die APAS habe das Verhalten von EY-Partnern den Strafermittlern gemeldet.

Die Prüfer hatten Wirecard zunächst vergeblich aufgefordert, forensische Belege für zweifelhafte Buchungen vorzulegen. Nachdem dies nicht geschah, drohte EY mit einem eingeschränkten Prüfungsvermerk. Ein solcher hätte, so ein Kenner, den „Todesstoß“ für Wirecard bedeutet. Nur wenige Tage später erteilte EY dem Unternehmen jedoch plötzlich einen uneingeschränkten Vermerk. Die APAS hat nun Zweifel, dass alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Allerdings sehen Beobachter noch keinen zwingenden Zusammenhang zwischen dem Tauziehen um das Testat und einem möglichen Fehlverhalten von EY. Man geht davon aus, dass EY Dokumente von Wirecard erhalten hat, aufgrund derer schließlich das Testat erstellt wurde. Ob diese allerdings ausreichend waren und einen uneingeschränkten Vermerk tatsächlich begründet haben, wird erst im Lauf des Verfahrens beurteilt werden können. 

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