Die Commerzbank hat zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31.Oktober 2019 insgesamt 47 Verdachtsmeldungen an die Geldwäsche-Behörde Financial Intelligence Unit (FIU) abgegeben. Das geht nach Informationen der Berliner Zeitung aus einer Kleinen Anfrage der Linkspartei hervor. Die Antworten der Bundesregierung unterliegen der Geheimhaltung. Es ist daher nicht klar, ob es sich bei den Verdachtsmeldungen um verdächtige Aktivitäten der Wirecard AG oder um solche seiner Kunden handelt.

Allerdings bestätigt diese Zahl die Verantwortlichen der Commerzbank in ihrer Entscheidung, im Mai 2019 alle Geschäftsbeziehungen zu Wirecard zu beenden – ein für ein DAX-Unternehmen als Kunde sehr ungewöhnlicher Schritt, wie der frühere Commerzbank-Chef Zielke kürzlich im Untersuchungsausschuss des Bundestags zu Protokoll gab.

Der Linke Abgeordnete Fabio De Masi kommentiert den Vorgang: „Die Commerzbank hat offenbar frühzeitig gemerkt, dass bei Wirecard nicht alles im Reinen war und hat eine eigene Prüfung der Geschäfte in Asien vorgenommen. Im Zeitraum während und nach der Prüfung hat die Commerzbank eine Vielzahl an Geldwäscheverdachtsmeldungen mit Bezug zu Wirecard an die Financial Intelligence Unit abgegeben. Die Commerzbank muss daher erläutern, warum etwaige Kündigungsrechte in Hinblick auf Integrität und Solvenz der Darlehensnehmerin nicht einschlägig waren und die vertragliche Beziehung stattdessen so gestaltet war, dass diese erst bei einer anstehenden Verlängerung der Kreditlinie beendet werden konnte. Die Financial Intelligence Unit des Zolls und die Staatsanwaltschaft sollten erläutern, was mit den Meldungen passiert ist.“