Der letzte große Auftritt von Felix Hufeld als Chef der Finanzaufsicht Bafin erfolgte spät in der Nacht zum Samstag. Hufeld erzählte dem Wirecard-Ausschuss schwärmerisch von seiner Amtszeit, die nun zu Ende gehe: „Wir haben einen gewissen Spirit gelebt, vom Grassroot Level bis nach oben.“ Die Abgeordneten hatten eigentlich vorgehabt, ihren Frust über das Desaster bei Wirecard und dem Behördenversagen am Bafin-Chef auszulassen. Doch alle zollten dem Präsidenten nach seinem Auftritt Anerkennung, wenngleich freilich meist nur hinter vorgehaltener Hand.

Mit Hufelds unfreiwilligem Ausscheiden an der Spitze der Bafin endet eine Ära, die nach Ansicht der meisten Beobachter ein versöhnlicheres Ende verdient hätte. Der 59-jährige Jurist hat eine Karriere hinter sich, die ihm Sachverstand in allen wichtigen Bereichen des Bankings beschert. Vor dem Ausschuss sprach er immer noch mit großer Ehrfurcht von der Dresdner Bank, in der er einst gearbeitet hat und wo er eher zufällig den damaligen Medien-Manger und späteren Wirecard-Vorstand Burkhart Ley kennenlernte. Ley hat mit der Bekanntschaft später oft geprahlt. Hufeld wurde die flüchtige Bekanntschaft zum Verhängnis: Immer wieder findet sich sein Name in den Wirecard-Akten, weil Ley bei jeder Gelegenheit auf sein Netzwerk verwies und Hufeld einfach dazuzählte.

Hufeld hat bei der Bafin wichtige Akzente gesetzt: Die Aufsicht hat sich mit Augenmaß und Offenheit um neuen technologische Modelle wie FinTechs gekümmert. Der Harvard-Absolvent pflegte in der Behörde einen kollegialen Umgang mit seinen Mitarbeitern. Bei Wirecard allerdings hätte sich Hufeld stärker einschalten müssen: Er überließ die Entscheidungsfindung den unteren Ebenen, im Vertrauen auf deren Sachverstand – ein Fehler.

Am Mittwoch verabschiedete sich Hufeld von seinen Freunden und kündigte an, nun eine Jahr lang zu pausieren, wie es die Regeln vorsehen. Danach möchte er „ein kleines, aber feines Portfolio von Mandaten“ übernehmen, in denen er seine „spezifische Erfahrung aus der privaten Wirtschaft wie auch dem öffentlichen Amt einbringen kann“.