Ja, er sei gewissermaßen der letzte Mohikaner: Florian Toncar lacht wehmütig, wenn er über den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal spricht. Monatelang hat der FDP-Abgeordnete gemeinsam mit dem Linken Fabio De Masi und dem Grünen Danyal Bayaz eine Art Trio der Aufklärung gebildet. Die drei Politiker haben keine Mühen gescheut, Tausende Seiten Akten gelesen, nächtelang Zeugen vernommen. Sie wollten herausfinden, wie der größte Finanzskandal in Deutschland seit 1945 möglich war. Nun geht der Ausschuss langsam seinem Ende entgegen: Die Aufklärer müssen ihre Arbeit mit dem Auslaufen der Legislaturperiode beenden. De Masi und Bayaz werden im nächsten Bundestag nicht mehr vertreten sein: Der Linke scheidet aus der Politik aus, der Grüne wurde gerade zum neuen Finanzminister in Baden-Württemberg bestellt. Bleibt der 41-jährige Jurist Toncar, der das Ende des Ausschusses mit gemischten Gefühlen sieht: „Wir haben so viel bewegt, wie kaum ein Ausschuss zuvor – es gab zahlreiche Rücktritte in mehreren Behörden. Das ist viel mehr, als wir alle erwartet haben.“

Berliner Zeitung/Paulus Ponizak
Florian Toncar.

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