Der Wirecard-Ausschuss ergab am Donnerstag, dass das von der Bafin verhängte Leerverkaufsverbot für Wirecard-Aktien im Wesentlichen unbegründet gewesen sein dürfte. Andreas Mitschke, Leiter der Handelsüberwachungsstelle an die Börsenaufsicht Hessen, sagte vor dem Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags, man habe keine Transaktionen beobachtet, die den Verdacht einer spekulativen Attacke gegen Wirecard hätten begründen können. Mitschke sagte, dass die Handelsüberwachungsstelle nicht von der Finanzaufsicht Bafin über das bevorstehende Leerverkaufsverbot informiert worden sei. Seitens seiner Stelle habe man „keine Auffälligkeiten“ gefunden, die auf eine Attacke gegen Wirecard hingewiesen hätten. Die Bafin hatte das Verbot verhängt, weil Wirecard-Manager der Aufsicht von einer Attacke erzählt hatten. Die Verhängung des Leerverkaufsverbots hatte weitreichende Konsequenzen: Viele Banken und Unternehmen nahmen die Entscheidung der Bafin als Beleg dafür, dass die kritische Berichterstattung der Financial Times (FT) falsch sei und hinter den Vorwürfen des Betrugs eine Verschwörung mit Shortsellern stecken könnte. Mit der Verhängung des Leerverkaufsverbot ging unter anderem ein Ermittlungsverfahren gegen die kritischen FT-Journalisten einher, das die Staatsanwaltschaft München anstrengte.

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