Für Stephan Freiherr von Erffa hätte der Besuch des lichtdurchfluteten Paul-Löbe-Hauses in Berlin eine willkommene Abwechslung aus dem trüben Alltag in der Gefängniszelle sein können: Der frühere Chefbuchhalter von Wirecard sitzt wegen des Milliarden-Betrugsfalls in Untersuchungshaft und wurde am Donnerstag von den Abgeordneten des Wirecard-Untersuchungsausschusses als Zeuge gehört. Das Vergnügen für von Erffa hält sich jedoch in Grenzen. Das Gesicht des Buchhalters ist farblos, sein Blick unsicher, er schafft es kaum, Sätze gradlinig zu formulieren. Stephan Freiherr von Erffa, an dem die Haft nicht spurlos vorübergegangen ist, ist im Grund nur auf eines bedacht: Er will jeden Eindruck zerstreuen, in einen bandenmäßigen Betrug verstrickt zu sein. Die Strafverteidiger der Wirecard-Manager fahren nämlich die Strategie, dass es sich bei dem Skandal nur um eine Markmanipulation gehandelt habe. Damit soll das Strafmaß minimiert werden. Erffa versucht aus diesem Grund, jedes Wissen über seltsame Vorgänge bei Wirecard von sich zu weisen.

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