New York - Selbst in seiner dunkelsten Stunde nützt dem jungen, reichen Mann aus dem Westerwald noch sein gutes Benehmen: Ruben Weigand ist von einem New Yorker Gericht des „Bankenbetrugs“ für schuldig befunden worden. Der Staatsanwalt im Southern District von New York fordert die sofortige Inhaftierung. Der Verurteilte könnte sich sonst nach Europa absetzen. Doch Richter Jed. S. Rakoff lehnt ab: Weigand habe sich während des Prozesses in seinem Hausarrest stets tadellos verhalten. Also bleibt ihm vorerst die Rückkehr in eines der berüchtigten US-Gefängnisse erspart. Zuvor hatten die Geschworenen ihn und seinen Geschäftspartner Ray Akhavan nach bemerkenswert kurzer Beratung schuldig gesprochen. Im Juni wird das Strafmaß verkündet. Im Prozess gegen Weigand geht es um 150 Millionen Dollar.

Weigand soll Marihuana-Käufe als Lieferungen von Gesichtscreme oder Grünem Tee umdeklariert haben. So konnten Kunden ihre Drogen auch mit der Kreditkarte bezahlen. Zwar ist der Gebrauch von leichten Drogen in einzelnen US-Bundesstaaten erlaubt. Den Vertrieb hingegen verbieten strenge Bundesgesetze. Banken gehen diesen Geschäften aus dem Weg. Der Staatsanwalt zeigt sich zufrieden mit dem Urteil und spricht in einer Erklärung davon, dass Weigand und Akhavan als „Geschäftsmodell den Verkauf von Lügen“ betrieben hätten.

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