Am Donnerstag, um etwa 21.45 Uhr, wird es plötzlich ganz still im Europa-Saal des Paul-Löbe-Hauses, als der FDP-Abgeordnete Florian Toncar die Zeugin Fahmi Quadir mit leiser Stimme auffordert: „Wenn es Ihnen nichts ausmacht, bitte erzählen Sie uns von dem Überfall auf Sie in New York.“ Quadir blickt kurz zu Boden. Sie hat sich gut vorbereitet auf ihren Auftritt vor dem Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestags.

Schließlich sagt die aus New York angereiste Hedgefonds-Managerin, schnell und bestimmt, als hätte sie auf den Moment gewartet: „An dem Tag, da ich angegriffen wurde, hat meine Mitarbeiterin Christine angerufen und gesagt, der Server ist abgestürzt. Nur unser Server. Alles andere in dem Bürogebäude hat funktioniert, nur unser Server nicht. Da wusste ich, das wird wieder einer dieser Tage. Wir hatten oft erlebt, dass wir gehackt wurden. Bevor ich ins Büro ging, ging ich mit meinem Pudel Gassi. Plötzlich hat mir ein Mann, der ganz in Schwarz gekleidet war und eine Maske trug – und das war vor Corona! – auf den Kopf geschlagen, wohl mit einem Schlagring. Und obwohl die Polizei innerhalb von wenigen Minuten am Tatort war, gab es keine Spuren, nichts. Das FBI hat mir gesagt, ich solle aufpassen, und das haben wir von da an auch gemacht.“

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