Der Abgang von Felix Hufeld ist der erste Schritt in der Aufarbeitung der Wirecard-Affäre. Die Oppositionsparteien Grüne, FDP und Linke haben im Untersuchungsausschuss gezeigt, wie man exzellente Parlamentsarbeit macht. Obwohl die Regierungsparteien die Aufklärung nur schleppend unterstützten, tragen die Abgeordneten mit großer Akribie und Beharrlichkeit immer neue Puzzlesteine zusammen. Auch seitens der SPD-Mitglieder im Ausschuss kommt immer wieder Unterstützung. Der AfD muss man zugutehalten, dass sie den Ausschuss geräuschlos führt und auf eine Profilierung verzichtet.

Allerdings kommt die Stunde der Wahrheit erst noch: Gerade die Anhörung der Zeugen aus Bayern am Donnerstag hat gezeigt, dass es einen „Staat im Staate“ gibt, wie Cansel Kiziltepe von der SPD es formuliert. Die Probleme beginnen ganz oben: Spitzenpolitiker aller Couleur legten sich für Wirecard ins Zeug, obwohl die Berichte der Financial Times alle Alarmglocken hätte angehen lassen müssen. Das mittlere Verwaltungsmanagement in Bayern, aber auch im Bund, folgte den politisch Verantwortlichen und wollten Dinge möglich machen, die sie besser verhindert hätten. Die kleinen Beamten, wie jede von der Geldwäsche-Aufsicht in Bayern, waren von der Dynamik eines Verbrechens unter Einsatz von globalen Netzwerken überfordert.

Die notwendige Reform des Staates auf allen Ebenen, so zeigt sich, ist nicht eine Frage der Anschaffung von neuen Computern oder besserer Software. Es geht um die Rückkehr zu den alten Werten und Tugenden einer Verwaltung, die unbestechlich ist. Materiell sowieso, aber auch immun gegen den Hype in Zeiten, in denen die Technologie auch die dunklen Seiten der Menschen anstachelt.