Das Bundesfinanzministerium weist die Kritik von Abgeordneten des Wirecard-Ausschusses, dem Parlament wären Informationen vorenthalten worden, „auf das Schärfste zurück“. Das Bundesfinanzministerium habe den Deutschen Bundestag „vollständig und zutreffend informiert, insbesondere über die Verdachtsmeldungen, die vor dem 22. Juni 2020 bei der FIU zu sog. TPA-Geschäft eingegangen sind“.

Der CDU-Abgeordnete Matthias Hauer hatte dem Ministerium vorgeworfen, die Aufklärung nur unzureichend und schleppend zu unterstützen. Rolf Bösinger, Staatssekretär im Finanzministerium, wird deshalb demnächst vor den Untersuchungsausschuss geladen. 

Das Ministerium teilte dazu der Berliner Zeitung mit, dass das Ministerium „am 28. August 2020...dem Parlament eine umfassende Liste aller bei der FIU bis zum Stichtag 20. August 2020 eingegangenen Verdachtsmeldungen mit Vorwürfen gegen Wirecard übermittelt“ habe, und zwar a„ufgeteilt in Meldungen, die die FIU vor und nach dem 22. Juni 2020 erhalten hat“. In der tabellarischen Übersicht „werden ausdrücklich auch alle 13 Verdachtsmeldungen zum Third Party Aquiring aufgeführt, die vor dem 22. Juni 2020 bei der FIU eingegangen sind – und zwar jede einzelne mit Eingangsdatum und mit dem ausdrücklichen Hinweis Third Party Aquiring (TPA)“. Die nach Darstellung der Abgeordneten „dem Parlament angeblich vorenthaltenen Informationen, hat das Bundesfinanzministerium dem Parlament übermittelt“.

Hauer will diese Begründung nicht gelten lassen. Er sagte dieser Zeitung: „Scholz‘ Staatssekretär Bösinger hat im Rahmen der Überarbeitung einer Unterlage für den Finanzausschuss eine Statistik verallgemeinert, sodass aus dieser Übersicht für den Ausschuss zentrale Informationen nicht mehr hervorgingen. Konkret ging es um die Frage, wie viele Verdachtsmeldungen im Zusammenhang mit dem TPA-Geschäft der FIU schon vor der Insolvenz der Wirecard AG vorlagen.“ Dass dem Linken Abgeordneten Fabio De Masi „diese Informationen im Rahmen einer separaten Anfrage zugeleitet wurden, ändert nichts daran, dass wichtige Informationen in der Vorbereitungsunterlage verallgemeinert wurden“. Dieses Verhalten passe „ins Bild, denn das Finanzministerium agiert bei der Aufklärung leider konsequent mit deutlich angezogener Handbremse“.