Eine US-Jury hat nach nicht einmal 24 Stunden den deutschen Manager Ruben Weigand schuldig gesprochen. Mit ihm befand die Jury auch Hamid Ray Akhavan für schuldig. Die Höhe des Strafmaßes wird am 25. Juni festgesetzt. Das berichtet die Investigativ-Plattform Inner City Press. Die beiden waren wegen Bankbetrugs in Höhe von 100 Millionen Dollar angeklagt gewesen. Sie hatte über die Firma Eaze verbotene Transaktionen aus dem Marihuana-Geschäft umdeklariert, um die Gelder ins Banken-System einzuschleusen. Sie sollen, so ergab der Prozess, ihr Betrugs-System auch unter Inanspruchnahme von Wirecard-Dienstleistungen betrieben haben. Es wird erwartet, dass die US-Strafverfolgung ihre Ermittlungen zur Geldwäsche, die in dem Verfahren behandelt wird, fortsetzen und nach Europa ausdehnen wird. 

Richter Jed S. Rakoff vom Bezirksgericht des Southern District of New York lehnte den Antrag des Staatsanwalts auf sofortige Verhaftung von Weigand wegen Fluchtgefahr ab. Weigand befindet sich aktuell unter Hausarrest. Der Richter sagte, diese Entscheidung könne sich ändern, wenn das Strafmaß bekanntgegeben wird. 

Richter Rakoff soll, so erläutern Prozessbeobachter der Berliner Zeitung, sehr zielgerichtet vorgegangen sein. Das Urteil dürfte die Grundlage für weitere Verfahren sein, weil sich die Ermittler erwarten, dass nun zahlreiche neue Informationen, Geständnisse und Kronzeugen-Aussagen auf den Tisch kommen dürften. Besonders im Visier haben die Behörden den Mastercard-Manager Paul Paolucci. Er soll laut Times bereits 2016 vor den illegalen Praktiken von Wirecard gewarnt worden sein. 

Beide Banker hatten enge Beziehungen zu Wirecard und insbesondere zu dem seit der Insolvenz des Unternehmens spurlos verschwundenen Wirecard-Manager Jan Marsalek.