Frankfurt - Der Markt reguliert sich selbst, der Staat muss nur allgemeine Rahmenbedingungen setzen – an diese These glaubt heute fast niemand mehr. Dagegen herrscht Einigkeit: Der Staat muss aktiv eingreifen, zum Beispiel, um die Macht einzelner Konzerne zu begrenzen. Wie und wann er das tun muss, darüber hat Jean Tirole viele Jahre gearbeitet. Für seine „Wissenschaft der Zähmung mächtiger Unternehmen erhielt der französische Ökonom am Montag den „Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel“ vulgo: den Wirtschaftsnobelpreis, der mit umgerechnet 870.000 Euro dotiert ist.

Wirtschaftstheoretische Modelle basieren oft auf dem Konstrukt des „perfekten Marktes“. Hier konkurrieren unendlich viele Unternehmen gegeneinander, es herrscht vollkommene Transparenz. Die Realität sieht natürlich anders aus.  „In vielen Sektoren der Wirtschaft herrscht kein besonders starker Wettbewerb“, so Tirole. Stattdessen drängen große Unternehmen kleine aus dem Markt, werden dadurch noch größer und gewinnen Macht – Macht, um zum Beispiel hohe Preise durchzusetzen und darüber Wohlstand zu ihren Gunsten umzuverteilen. Sie blockieren den Markt für möglicherweise innovativere Unternehmen.

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