Berlin - Die Suche nach einer bezahlbaren Mietwohnung ist in vielen deutschen Städten langwierig und  frustrierend. Der Markt ist weitgehend leergefegt, viele Interessenten müssen am Ende deutlich mehr Geld auf den Tisch legen, als sie eigentlich wollten.

Mietpreisbremse ist nicht die erhoffte Lösung

Die Mietpreisbremse hat die Situation allenfalls geringfügig entspannt. Und nach wie vor kommen viel zu wenig neue Wohnungen auf den Markt: Die schwarz-rote Bundesregierung strebt pro Jahr 400.000 Fertigstellungen an. Tatsächlich dürften es 2016 aber nur um die 300.000 gewesen sein.

Auch 2017 wird die Zielmarke nach Einschätzung von Experten kaum erreicht.

Die steigenden Preise bei Neuvermietungen schlagen sich auch verstärkt in den amtlichen Mietspiegeln nieder, wie eine am Donnerstag veröffentliche Studie der Hamburger Beratungsgesellschaft F+B zeigt. Demnach sind die ortsüblichen Vergleichsmieten 2016 wie im Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen.

Die Experten werteten für die Untersuchung Daten aus insgesamt 345 Städten und Gemeinden aus. Alle haben mindestens 20.000 Einwohner und veröffentlichen Mietspiegel.

Diese Übersichten dienen gemeinhin als lokale Referenz für Mieterhöhungen und sind auch beim Einsatz der Mietpreisbremse ein wichtiger Bezugspunkt. Für die Erstellung der Spiegel arbeiten die Kommunen oft mit Mieter- und Vermieterverbänden  zusammen.

Teuerste Stadt ist München 

Teuerste Stadt ist auch laut der F+B-Studie München mit einer durchschnittlichen Vergleichsmiete von 11,18 Euro nettokalt pro Quadratmeter. Der Wert liegt mehr als zwei Drittel über jenen 6,54 Euro pro Quadratmeter, die in allen betrachteten Städten im Schnitt gezahlt werden.

Ebenfalls weit über diesem Durchschnittswert liegen die Vergleichsmieten in den Metropolen Stuttgart (9,76 Euro), Düsseldorf (8,26), Köln (8,24), Hamburg (8,07) und Frankfurt am Main (7,94).  Die Vergleichsmieten in der Bundeshauptstadt Berlin hingegen liegen unter dem genannten Durchschnittswert – und zwar bei 6,46 Euro in den West-Bezirken und bei 5,85 Euro im Osten.

Bei alldem ist zu beachten, dass die tatsächlichen Mieten im Markt häufig viel höher sind und die Zuwächse das genannte Niveau weit überschreiten. Das gilt vor allem für Neuvermietungen. Die lokalen Mietspiegel berücksichtigen aber bestehende Mietverhältnisse, also alte Mietverträge.

Fast alle großen deutschen Städte verfügen über Mietspiegel

Neue Abschlüsse machen sich erst nach und nach bemerkbar. F+B schaute lediglich auf die Mietspiegel und analysierte Kaltmieten von Wohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern, mittlerer Ausstattung und Lage. Andere Untersuchungen betrachten die Entwicklung der Angebotsmieten – also die Preise für freie Mietwohnungen, wie sie aus Anzeigen im Internet oder in Zeitungen hervorgehen. 

Fast alle großen deutschen Städte verfügen über Mietspiegel. Es gibt allerdings keine rechtliche Verpflichtung für Kommunen, tatsächlich einen zu erstellen. Mietspiegel leisten einen wichtigen  Beitrag, um Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern zu entschärfen.

Die SPD will  Mietspiegel von vier auf acht Jahre verdoppeln

Die Qualität der Erhebungen ist allerdings recht unterschiedlich. Manchmal werden die Werte zwischen Verbänden ausgekungelt.

In anderen Fällen werden die Daten mit wissenschaftlichen Methoden erhoben. Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) will die Mietspiegel auf eine breitere Basis stellen. Das Projekt ist Teil der zweiten Mietrechtsnovelle, die allerdings seit vielen Monaten im Kabinett festhängt.

Ob sich der Bundestag noch vor den Wahlen damit befassen wird, ist fraglich. Die SPD will unter anderem den Bezugszeitraum bei Mietspiegeln von vier auf acht Jahre verdoppeln.

Das würde die Vergleichsmieten dämpfen, da die starken Mietsanstiege der vergangenen Jahre rechnerisch nicht mehr so stark ins Gewicht fielen. Die Union hingegen will beim bisherigen Betrachtungszeitraum bleiben.