Beim Onlineshopping kann Geld gespart werden. Doch oft sind Bewertungen und Siegel für die Kunden verwirrend. 
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BerlinDie Kaffeemaschine, einen Bluetooth-Lautsprecher oder Nordic-Walking- Stöcke? Wer Weihnachtsgeschenke im Internet sucht, kommt schnell auf immer neue Ideen. Doch wie ist es um die Qualität der Waren bestellt? Onlinebewertungen sollen eigentlich eine Orientierung, Shop- Siegel Sicherheit bei der Kaufabwicklung geben. Doch Fake-Bewertungen und die Flut an Siegeln verunsichern die Kunden. 

Verbraucherschützer warnen davor, Bewertungen und Siegeln blind zu vertrauen. „Es ist für den Verbraucher sehr schwierig zu entscheiden, welche Bewertungen echt sind und welche nicht“, sagt Tatjana Halm. Sie arbeitet in der Verbraucherzentrale Bayern und hat das Thema im Rahmen des Marktwächter-Projekts intensiv beobachtet.

Es gibt Firmen, die gefälschte Bewertungen für Onlineangebote erstellen. Dafür erwerben sie zum Teil das Produkt tatsächlich und erstellen dann Bewertungen mit verschiedenen Profilen. „Marketingsprache in Bewertungen, die früher schnell als gefälscht zu erkennen waren, kommt heute nur noch selten vor“, sagt Halm. Onlineportale versuchen, die Fake-Bewertungen zu erkennen und zu löschen.

Viele negative Bewertungen könnten Fake sein 

Die Portale gingen dabei unterschiedlich vor, erklärt Halm. Manche suchten mit Algorithmen, andere zusätzlich mithilfe geschulter Mitarbeiter. Doch manch unehrlich vergebener Stern rutscht im System durch. Wir erklären, worauf Kunden bei Bewertungen und Gütesiegeln achten sollten:

Anzahl der Bewertungen: Wichtig sei es deshalb, einzelne Bewerter genau unter die Lupe zu nehmen, rät Halm. Es gebe Menschen, die sehr viel bewerten. Wenn jemand im kurzen Abstand viele Geschäfte und Restaurants an unterschiedlichen Orten bewertet, sei das ein Hinweis auf Fake- Bewertungen.

Viele negative Bewertungen: Wenn ein Produkt zunächst immer wieder negativ und später plötzlich häufig positiv bewertet wird, könne auch das auf Fake-Bewertungen hinweisen, sagt Halm. In so einem Fall dränge sich der Verdacht auf, dass jemand aktiv versuche, die schlechten Urteile quasi auszugleichen. Sie schränkt jedoch ein, dass auch so ein Produkt mit echten Bewertungen ausgezeichnet worden sein könnte. „Möglicherweise hat der Hersteller nach den negativen Bewertungen nachgebessert.“

Auf verifizierte Bewertungen achten 

Abgleich von verschiedenen Portalen: Reisen oder Restaurantbesuche werden im Internet besonders oft bewertet. Die Meinung früherer Besucher oder Gäste kann hier die Entscheidung für oder gegen eine Buchung oder einen Besuch wesentlich beeinflussen. Doch Vorsicht: Es gibt Hersteller, Dienstleister oder Portalbetreiber, die Kunden oder Nutzer mit Gutscheinen belohnen, wenn sie positive Bewertungen abgeben.

Kommen Bewertungen mithilfe solch manipulativer Praktiken zustande, bewertet Halm diese ebenfalls als unlautere Werbung. „Man sollte sich unterschiedliche Portale anschauen und Vergleiche ziehen“, rät die Verbraucherschützerin deshalb.

Sicher bezahlen 

Vorkasse meiden: Stiftung Warentest empfiehlt nur solche Bezahlmöglichkeiten zu verwenden, die eine Stornierung ermöglichen, wenn keine Ware ankommt. Dazu gehören Paypal, Lastschrift und Rechnung. Per Vorkasse zu bezahlen ist – bei unbekannten Shops – nicht empfehlenswert.

Internationale Standards: Die großen Kreditkartenanbieter haben inzwischen internationale Sicherheitsstandards wie den Secure- Code eingerichtet, der für Schutz vor fremden Zugriffen sorgt. Sollte trotzdem etwas passieren, bekommen Käufer den Betrag unberechtigter Abbuchungen zurück.

 Verifizierter Kauf: Hilfreich sei auch eine klare Information des Portals oder Händlers darüber, wer alles eine Bewertung abgeben darf. Für die Seriosität eines Angebots sprechen sogenannte verifizierte Bewertungen. Das bedeutet, dass tatsächlich nur Kunden oder Käufer eine Bewertung abgeben dürfen und nicht einfach jedermann. Solche Zusätze zur Onlinebewertung finden sich zum Beispiel bei Amazon.

Siegel sind nur begrenzt aussagekräftig 

Hinter dem Interneteintrag findet sich ein entsprechender Hinweis. Letztlich bleibe aber fraglich, ob Onlinebewertungen überhaupt ein repräsentatives Bild abgeben, sagt Halm. „Es gibt nicht fünf Kriterien, und dann weiß ich zu 100 Prozent, dass eine Bewertung korrekt ist“, sagt Halm. In letzter Konsequenz müsse man immer misstrauisch sein.

Gütesiegel für Onlineshops: Das Versprechen von Gütesiegeln ist, dass sie das Einkaufen im Internet für die Kunden sicherer machen. Die unabhängige Institution hinter dem Gütesiegel hat den Shop überprüft. Vorrangig geht es darum, dass die Kunden sich beim Bezahlen und bei eventuellen Beschwerden geschützt fühlen. Das Siegel soll einen Hinweis darauf geben, dass hier der Service gewährleistet ist.

Stiftung Warentest hat vier Siegel für die aktuelle Ausgabe überprüft: Safer Shopping vom TÜV Süd, Trusted Shops, Internetsiegel und Geprüfter Webshop. Fazit: „Die Siegel sind aus Verbrauchersicht nur begrenzt aussagekräftig.“ Nur die Siegel Safer Shopping und Trusted Shops erhielten die Bewertung „mittel“.

Verbraucher sollten sich nicht auf Siegel verlassen 

Der Grund: Gütesiegel für Onlineshops sind keine unabhängigen Prüfzeichen, sondern ein Geschäft. Unternehmen, die Siegel verleihen, wollen damit Geld verdienen, erklärt Stiftung Warentest. Je nach Siegelgeber müssen Shops mehrere Tausend Euro im Jahr für ein Siegel bezahlen. Shops mit höherem Umsatz zahlen oft mehr. Verbraucher sollten sich nicht ausschließlich auf Siegel verlassen, sondern eigene Vorsichtsmaßnahmen treffen, empfiehlt Stiftung Warentest.

Dazu zählt nach Angaben der Tester, die Geschäftsbedingungen und die Widerspruchsbelehrung sowie das Impressum auf dem Computer zu speichern oder Screenshots von diesen Dokumenten anzufertigen. Außerdem sollten die Käufer auf das angebotene Gütesiegel klicken. Nur wenn es echt ist, öffnet sich die Website des Siegelbetreibers. Noch sicherer sei es, die Website des Siegelanbieters direkt aufzurufen und den Shop auf seiner Seite zu überprüfen. Nur wirklich zertifizierte Shops tauchen auf.