Berlin - Zuerst war da die Schockstarre, im Frühjahr. Dann, im Sommer, so etwas wie Schnappatmung. „Flatten the Curve“, hieß es schon früh, und „wir werden noch eine Weile damit leben müssen“, schon bald darauf. Seither ist es zur Gewohnheit geworden: Alle paar Wochen gibt es neue Corona-Verordnungen, beschlossen auf den Konferenzen der Ministerinnen und Minister, auf die dann in der Regel Maßnahmen folgen, die einer Stotterbremsung gleichen. Hebel anziehen, Hebel lösen, anziehen, lösen. Mitunter innerhalb weniger Tage und Stunden, wie man zuletzt an den Plänen zur Schulöffnung im bundesweiten Mosaik sehen konnte.

Die meisten dieser Hebel greifen ins private Leben der Menschen ein. Die Debatte um die Verbreitung und Eindämmung der Sars-CoV-2-Pandemie wird vor allem unter dem Dach der Eigenverantwortung geführt. Schuld an der Krise ist, wer in der U-Bahn keine Maske aufhat, wer in der Hasenheide feiert, wer sich mit zu vielen Verwandten trifft. All das sind Dinge, die nachgewiesenerweise der Infektionsverbreitung zuspielen – Stichwort Superspreader – und als unsolidarisch gelten.

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