Berlin - Wenn Ende nächster Woche der neue Flughafen in Schönefeld tatsächlich in Betrieb genommen werden sollte, wird es ein vergleichsweise ruhiger Start. Denn während auf dem kleinen Airport Tegel im vergangenen Jahr im Schnitt mehr als 66.000 Fluggäste am Tag abgefertigt wurden, werden am BER für den ersten Tag gerade einmal 5000 Passagiere erwartet. Eine Woche später sollen es schon dreimal so viele Fluggäste sein, aber es bleibt dennoch eher gemütlich. Insgesamt rechnet man bei der Berliner Flughafengesellschaft bestenfalls mit einem Fünftel der für diese Jahreszeit normalen Fluggastzahl. Aber selbst das muss in diesen Zeiten als optimistisch gelten.

Tatsächlich platziert sich der BER zur Unzeit in den Flugplänen der Airlines. Vor allem pandemiebedingt steckt die Luftfahrtbranche in der tiefsten Krise ihrer Geschichte. Laut Welt-Airline-Verband IATA wachsen die Verluste der Fluggesellschaften derzeit um etwa 300.000 Euro pro Minute. Im gesamten Jahr werden sie sich auf 150 Milliarden Euro summieren – und eine Erholung steht in weiter Ferne. Die Lufthansa etwa hat von ihrer 760 Flugzeuge umfassenden Flotte nur die Hälfte im Einsatz. Mittelfristig soll die Flottenplanung angepasst werden. Aus heutiger Sicht sei ab Mitte des Jahrzehnts „eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen“ vorgesehen, so ein Sprecher. Und die Lufthansa ist keineswegs die Ausnahme.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.