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Apple: Wann die Preise für die neuen iPhone-Modelle sinken werden

iphone8

iPhone 8 Symbolbild

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imago/ITAR-TASS

Campieren, um das neue iPhone als einer der Ersten in den Händen zu halten? Fehlanzeige. Nach Verkaufsstart der Generation iPhone 8 und iPhone 8 Plus im September waren die Menschenschlangen vor den Apple-Stores dann doch recht kurz – und das im Jubiläumsjahr.

In früheren Jahren warteten Hunderte Fans bereits Stunden vor Ladenöffnung vor den Geschäften. Doch selbst vor der Hauptgeschäftsstelle in Sydney waren es weniger als 30 Personen. Branchenkenner mutmaßen, es liege daran, dass die eigentliche Neuerung, das Jubiläums-Modell iPhone X erst im November in die Läden kommt. Und das iPhone 8 mit eher schlechten Bewertungen und nur marginalen Neuerungen werde daher von Fans erst einmal vernachlässigt.

Wer noch nicht am Verkaufsstart zugreift, ist aber möglicherweise auch einfach ein Preisfuchs. Denn wie Prognosen anhand der Preisentwicklung vergangener iPhone-Generationen zeigen, sinkt der Wert bereits innerhalb weniger Wochen nach der Vorstellung des US-Konzerns.

„Der Markt ist überflutet mit ständig neuen Technologien. Die Produkte sind veraltet, sobald neue Technologien auf den Markt kommen. Der Wert kann sich nicht konstant halten“, sagt Elina Vorobjeva, Sprecherin des Preisvergleichsportals Idealo. Doch der Preis sinkt nicht erst, wenn die Präsentation des nächsten Modells bevorsteht. Der Anfangspreis hält sich um einiges kürzer.

Wann der Preisverfall am größten ist, lässt sich ziemlich genau vorhersagen. Betrachtet man die Preisentwicklung der Vorgängergenerationen, ist über die Jahre eine vergleichbare Kurve erkennbar.

Der günstigste Monat:

Für die iPhone-Modelle 8 und 8 Plus setzt Apple den Preis bei 799 bis 1 079 Euro an. Das iPhone X mit einem Speicher von 64 Gigabyte geht mit dem stolzen vierstelligen Preis von 1 149 Euro am Erscheinungstag in den Verkauf.

Normalerweise sinken die Preise schnell um ein paar Prozentpunkte, wenn neue Technikprodukte erscheinen, da Dritthändler sich mit hohen Stückzahlen eindecken und sie günstiger anbieten. Beim iPhone bleibt der Anfangspreis aber länger als gewöhnlich konstant, auch über Onlineshops wie Amazon oder Ebay.

„Apple steuert, wer iPhones bekommt und vor allem wann“, sagt Daniel Pöhler von Finanztip. Nicht jeder kleine Onlineshop werde umgehend beliefert, auch gehen keine beliebig großen Stückzahlen am Erscheinungstag an den Großhandel, wie etwa Mediamarkt.

Deshalb kann es gar dazu kommen, dass Händler in dieser Anfangsphase das iPhone vereinzelt teurer anbieten als Apple selber. Sie spielen mit der Popularität eines neuen iPhones und werben mit schneller Lieferung. „Von solchen schwarzen Schafen sollten Kunden aber lieber die Finger lassen“, rät Pöhler.

Hat sich der Markt eingedeckt, verläuft die Kurve tatsächlich recht kontinuierlich nach unten. Der beste Zeitpunkt zum Kauf sei bei Apple-Geräten der achte Monat nach Markteintritt, heißt es in einer Untersuchung von idealo und smava. Da die Präsentation der neuen Modelle von Apple in der Regel im September ist, ist dies der Monat Mai. Danach sinkt der Wert nur noch geringfügig.

Preis-Prognose für die 8er-Generation:

Apple-Handys sind preisstabiler als andere Marken. Obwohl auch die Samsung-Galaxy-Reihe im Schnitt einen ähnlich hohen Anfangspreis hat, gibt dieser schon kurz nach Markteintritt nach und fällt schneller ab als der Konkurrent Apple – der Preisverfall liegt nach einem Jahr bei 44 Prozent. „Im selben Zeitraum sind es bei Apple im Schnitt 27 Prozent“, sagt Pöhler.

Beim iPhone 7 , für das 32 Gigabyte-Modell, Farbe schwarz, sah die Kurve so aus: Kostete das Smartphone zum Start im September vergangenen Jahres 759 Euro, war es einen Monat später, im Oktober, bereits für 698 Euro erhältlich – so die Preisstatistik von Anbietern auf idealo.

Danach stieg die Kurve kurze Zeit wieder auf Normalpreis an und sank dann kontinuierlich auf einen Dezemberpreis von 620 Euro. Im Mai waren es schließlich 600 Euro. Kurz vor Erscheinen der neuen Generation erreichte das iPhone 7 seinen bis dahin günstigsten Preis mit 530 Euro. Innerhalb eines Jahres ist der Wert somit um über 200 Euro gesunken.

Die Prognose für die 8er-Modelle zeigt nun ähnliches: Bereits für November soll der Preis von 799 Euro (iPhone 8, 64 Gigabyte) auf 766 Euro fallen und nach neun Monaten dann bei 659 Euro liegen – natürlich unter Vorbehalt, die Werte beziehen sich lediglich auf den bekannten Verlauf der älteren iPhones.

Allerdings, so die Einschätzung Pöhlers, könnte zumindest das iPhone X erstmals stärker von der Preisentwicklung der vergangenen Jahrgänge abweichen. „Es ist schon jetzt extrem populär, da sich die größten Veränderungen im Vergleich zu anderen Modellen ankündigen“, sagt er. Die Preise könnten sich also zumindest bei der Jubiläumsvariante noch länger als üblich auf hohem Niveau halten.

Alte Modelle noch günstiger:

Spätestens, wenn dann wieder eine neue Generation in den Handel kommt, verlieren die Modelle aber automatisch an Wert. Apple selbst hat den Preis der 7er-Generation nach der Präsentation der 8er-Modelle auf 629 Euro gesenkt. Die Dritthändler waren damit allerdings im Schnitt nach Ende des ersten Verkaufsjahres 100 Euro günstiger als Apple. Zur gleichen Zeit fiel parallel der Preis für die Modelle 6 und 6s dementsprechend noch weiter.

Allerdings sind noch ältere Modelle als das iPhone 6 für einen Neukauf kaum noch zu empfehlen, da Apple das Betriebssystem nicht mehr fortlaufend aktualisiert und somit neuere Apps nach und nach auf älteren Geräten nicht mehr laufen.

Vertrauenswürdige Händler:

Nun bringt es ja niemandem was, wenn man im Onlineshop ein Schnäppchen schießt und das Gerät kaputt beim Kunden ankommt. Pöhler rät zum einen, eher großen Namen zu vertrauen, als auch auf die Kundenbewertungen zu achten. Pflicht ist aber – außer bei privaten Verkäufern – das gesetzliche Rückgaberecht, wie auch die Gewährleistung. Eine Garantie ist generell freiwillig.